Bezugsrechtshandel beginnt am Dienstag: Bezugspreis neuer Allianz-Aktien beträgt 38 Euro

Bezugsrechtshandel beginnt am Dienstag
Bezugspreis neuer Allianz-Aktien beträgt 38 Euro

Die Allianz wird bei ihrer Kapitalerhöhung rund 4,4 Milliarden Euro durch die Ausgabe neuer Aktien einnehmen und damit deutlich mehr als ursprünglich geplant.

HB/dpa MÜNCHEN. Das Gesamtvolumen von fünf Milliarden Euro an frischem Kapital bleibe aber unverändert, betonte der Münchener Versicherungskonzern am Samstag. Der Bezugspreis einer neuen Allianz-Aktie beträgt 38 Euro. Früheren Angaben zufolge sollten die 117 Millionen Papiere 3,5 bis 4,0 Milliarden Euro in die Kassen spülen. Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück sieht unterdessen nach der Platzierung von Anleihen im Volumen von fast 3,5 Milliarden Euro keinen weiteren Kapitalbedarf.

Der Handel mit den Bezugsrechten für die neuen Allianz-Aktien beginnt an diesem Dienstag. Der Preis von 38 Euro bedeutet einen Abschlag von gut 33 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag (56,95 Euro). Der Konzern hatte die Beschaffung frischen Kapitals nach dem ersten Verlust der Nachkriegsgeschichte angekündigt, der im vergangenen Jahr mit 1,2 Milliarden Euro gleich sehr hoch ausfiel.

Die Allianz-Aktie hat seit der Ankündigung vor gut drei Wochen mehr als ein Zehntel ihres Werts eingebüßt. Bei Aktionären sind Kapitalerhöhungen nicht beliebt, weil durch die Ausgabe neuer Anteilsscheine der Gewinn pro Aktie verwässert wird.

Wie zuvor angekündigt, werden Aktionären je 15 alte Allianz-Aktien sieben neue zum Bezug angeboten. Zu diesem Verhältnis bietet die Allianz auch neue Genussscheine an. Mit einem Bezugskurs von 59,20 Euro pro Genussschein dürfte die Allianz auf diesem Wege weitere gut 22 Millionen Euro einnehmen. Die Ausgabe einer Anleihe sollte früheren Angaben zufolge nochmals rund 1,5 Milliarden Euro einbringen. Da der Gesamtrahmen der Kapitalerhöhung aber bei fünf Milliarden Euro bleibt, dürfte die Anleihe nun geringer ausfallen. Ein Allianz-Sprecher nahm dazu keine Stellung. Nähere Angaben zur Anleihe würden zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt.

Zu dem Milliarden-Verlust im vergangenen Jahr hatten vor allem die Krise bei der Dresdner Bank, die Talfahrt an den Börsen und die Jahrhundertflut geführt. Ohne Beteiligungsverkäufe wäre das Minus noch höher ausgefallen. Nach Einschätzung von Analysten hätten ohne die Kapitalerhöhung weitere Abstufungen durch die Ratingagenturen gedroht. Dann müsste die Allianz mehr Zinsen für Kredite bezahlen.

Ein Sprecher der Münchener Rück wies unterdessen Börsenspekulationen zurück, wonach zusätzlich noch eine Bezugsrechtsemission geplant sein könnte. Die am Freitag begebene nachrangige Pfund-Anleihe habe ein höheres Volumen gehabt als ursprünglich geplant - 300 Millionen Pfund (437,5 Mio Euro) statt 250 Millionen Pfund. Zuvor war bereits eine Anleihe von drei Milliarden Euro platziert worden.

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