BHF-Bank
„Wir wollen eine Nischenbank sein“

Die BHF-Bank baut um, der Eigenhandel wird eingestellt. Ein Abschluss der Übernahme durch die Deutsche Bank ist aber nicht in Sicht. Das Handelsblatt sprach mit den Vorständen Björn Hendrik Robens und Rolf Friedhofen.
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FrankfurtHandelsblatt: In der Branche heißt es, die BHF-Bank sei schwerfällig, habe zu viele Mitarbeiter und ihre IT sei völlig veraltet - eine korrekte Analyse?

Björn Hendrik Robens: Nein. Wir sind dabei, uns sehr viel schlanker und effizienter aufzustellen. In den vergangenen Monaten haben wir etwa unsere Bilanz vollständig bereinigt und von Risiken befreit. Die entscheidenden Schritte sind gemacht.

Rolf Friedhofen: Anleihen aus den sogenannten PIIGS-Staaten haben wir nicht mehr in den Büchern. Bis Mitte dieses Jahres wurden diese Bonds vollständig veräußert. Im Nachhinein war das eine sehr gute Entscheidung - unsere Bilanz ist sauber. Sie können das sehr gut an der Bilanzsumme ablesen: 2010 betrug sie rund 15 Milliarden Euro, heute sind es noch acht.

Robens: 2003 waren es übrigens rund 60 Milliarden Euro.

Bleiben wir bei den Zahlen. 60 Prozent ihrer Mitarbeiter arbeiten in der Verwaltung - wir dachten, Sie führen eine Bank und keine Behörde?

Robens: Das ist zweifellos unverhältnismäßig. Wir sind dabei, dies zu ändern. Im IT-Bereich und der Verwaltung werden wie bereits angekündigt Stellen wegfallen. Am Dienstag haben wir gemeinsam mit dem Betriebsrat einen entsprechenden Interessenausgleich erzielt. Nachdem wir unsere Bilanz gesäubert haben, ist das der zweite Teil unserer Maßnahmen. Uns ist das nicht leicht gefallen. Außerdem schließen wir unseren Eigenhandel. Wenn wir am Markt bestehen und erfolgreich sein wollen, sind diese Schritte zwingend notwendig.

Aber wie kommt ein solches Missverhältnis zustande?

Robens: Wir können nicht verhehlen, dass sich in den vergangenen Jahren ein gewisser Reformstau ergeben hat.

Wie wird das Kräfteverhältnis nach dem Umbau aussehen?

Friedhofen: Künftig sollen nur noch 40 Prozent in der Verwaltung arbeiten und 60 Prozent im direkten Kundengeschäft.

Was soll dabei rausspringen, also wie hoch soll die Rendite der schlanken BHF künftig sein?

Robens: Die Gesamtrendite vor Steuern soll mittelfristig im zweistelligen Bereich liegen, zwischen 10 und 15 Prozent. Das können wir mit einem sehr risikoarmen Geschäftsmodell auch nachhaltig erreichen. Durch den Abbau der Risiken haben wir zudem unsere Kapitalausstattung deutlich gestärkt. Unsere Kernkapitalquote beträgt 15 Prozent.

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