BHF-Interessent
Moody's sitzt Kleinwort Benson im Nacken

Die Ratingagentur Moody's sieht das geringe Wachstum bei Kleinwort Benson kritisch und prüft eine Herabstufung der operativen Töchter. Die Londoner Privatbank will der Deutschen Bank die BHF abkaufen.
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FrankfurtDie mögliche Käuferin der Frankfurter BHF-Bank bekommt Druck von der Ratingagentur Moody's. Die Gewinnaussichten der Londoner Privatbank Kleinwort Benson seien wegen des schwierigen Marktumfelds weiter trübe, erklärten die Bonitätswächter am Montagabend. Sie sprachen von einem unbefriedigenden Wachstum der Einnahmen. So sei das verwaltete Vermögen des Instituts seit der Übernahme durch den Investor RHJI 2010 kaum gestiegen. Hier habe sich zuletzt aber eine Besserung abgezeichnet, da das Geldhaus einige Banker eingestellt habe.

Moody's prüft nun eine Herabstufung der operativen Banktöchter von Kleinwort Benson, die der Deutschen Bank die BHF-Bank für knapp 400 Millionen Euro abkaufen will. Dadurch bekäme sie mit einem Schlag 36 Milliarden Euro an Kundenvermögen dazu. Das wäre vier Mal soviel wie die ehemalige Dresdner-Bank-Tochter bislang verwaltet.

Offen ist noch, ob die Finanzaufsicht BaFin dem Verkauf der BHF-Bank zustimmt. Auch zwei Monate nach Bekanntgabe des Deals liegen der Behörde noch nicht alle nötigen Unterlagen vor, um darüber zu entscheiden, wie es im Umfeld der Aufseher hieß. Der Kaufinteressent sei darüber informiert worden. Sobald alles vorliegt, hat die BaFin 60 Tage Zeit, die Übernahme abzunicken. Die Behörde und RHJI äußerten sich nicht dazu.

Die BaFin hatte in der Vergangenheit bereits Bedenken geäußert, doch RHJI suchte dann Co-Investoren, die den Deal mitstemmen sollen. So hofft RHJI-Chef Leonhard ("Lenny") Fischer, die Zustimmung der Aufseher zu bekommen. Die BaFin prüft unter anderem die Finanzkraft des Käufers. Hier bekam Kleinwort Benson von Moody's Rückendeckung: Die Agentur äußerte sich positiv zur Kapitalausstattung und zur Liquiditätslage des Geldhauses, das ebenfalls von dem ehemaligen Dresdner-Banker Fischer geleitet wird.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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