Bilanz 2006: Stellenstreichungen bringen Dresdner Bank um Milliardengewinn

Bilanz 2006
Stellenstreichungen bringen Dresdner Bank um Milliardengewinn

Der Abbau von 2 500 Arbeitsplätzen hat die Dresdner Bank im vergangenen Jahr hunderte Millionen Euro gekostet. Entsprechend brach das Ergebnis ein. Operativ lief es dagegen gar nicht mal so schlecht, so dass sich die Dresdner Bank in den kommenden Jahren einiges zutraut.

HB FRANKFURT/MAIN. 2006 sank der Überschuss der Dresdner Bank von 1,71 Mrd. auf 870 Mill. Euro, wie das Insitut am Montag in Frankfurt mitteilte und damit die von der Mutter Allianz bereits am Freitag vorlegten Zahlen präzisierte. Bereinigt um das Ergebnis aus Finanzanlagen betrug der Vorjahresgewinn sogar nur 457 Mill. Euro. Im Schlussquartal ergab sich ein Verlust von 214 Mill. Euro nach einem Gewinn von 60 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum.

Operativ jedoch legte die Bank 2006 deutlich zu: Der operative Gewinn hat sich binnen Jahresfrist auf 1,35 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. „Wir sind zurück im Markt und wachsen profitabel“, sagte Vorstandschef Herbert Walter. „Ich bin überzeugt davon, dass wir auch künftig liefern werden.“ Walter bekräftigte die vom Mutterkonzern Allianz ausgegebenen Renditeziele: Angestrebt wird bis 2009 eine Erhöhung der Rendite auf das Risikokapital von mehr als 15 Prozent. 2006 lag sie bei 13,2 Prozent. Zu den Ergebniszielen sagte Walter: „Wir wollen auch 2007 einen Schnaps besser sein.“

Die Dresdner Bank bekräftigte, bis spätestens 2008 in Deutschland gut 400 000 zusätzliche Privatkunden gewinnen zu wollen. Mit dann 6,5 Mill. Kunden hätte die Allianz-Tochter in diesem Geschäftsfeld einen Marktanteil von 10 Prozent. Zudem soll der Mittelstand künftig an knapp 450 statt bisher an 200 Standorten beraten werden.

Im Private Banking peilt die Dresdner Bank bis 2009 die Marktführerschaft an. Im Mittelstandsgeschäft will sie ihre zweite Position hinter der Commerzbank sichern. Im Investment Banking will die Allianz-Tochter binnen zwei Jahren je nach Leistung zu den Top 5 oder den Top 10 der Anbieter gehören. Vergleichswerte für das abgelaufene Geschäftsjahr gab die Bank dazu aber nicht an.

Die Expansion will die Dresdner Bank ohne Zukäufe stemmen. „Unser Schwerpunkt hierzulande ist Wachstum aus organischer Kraft“, sagte Walter. Gemeinsam mit der Mutter Allianz habe die Bank gut 24 Mill. Kunden, hier habe das Frankfurter Kreditinstitut genügend Wachstumsmöglichkeiten. Künftig will die Dresdner Bank über Allianz-Agenturen verstärkt Bankprodukte verkaufen. Mittelfristig sollen gut 1000 so genannte Bankagenturen entstehen – Mini-Filialen, in denen ein Bankberater in den Räumen der Allianz arbeitet. Erste Bankagenturen waren Anfang Februar eröffnet worden.

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