Bilanz 2006: Wüstenrot & Württembergische leidet unter Personalabbau

Bilanz 2006
Wüstenrot & Württembergische leidet unter Personalabbau

Der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische will bis zum Jahr 2009 gut 1 750 Stellen streichen. Das soll Millionen einsparen, kostet aber erstmal gehörig. Entsprechend fiel das Ergebnis fürs abgelaufene Jahr aus.

HB STUTTGART. Wegen Aufwendungen für den Personalabbau sank 2006 das vorläufige Ergebnis nach Steuern von 59,4 auf rund 40 Mill. Euro, wie Vorstandschef Alexander Erdland am Mittwoch in Stuttgart berichtete. „Der Kurs, den wir eingeschlagen haben, ist kein leichter. Doch wir werden ihn weiter mit höchstem Einsatz und erstklassigem Können verfolgen.“ Der Personalabbau sei besser vorangekommen als geplant. Bisher seien 700 Stellen abgebaut worden, hieß es.

Im Bereich Versicherungen boomte das Geschäft mit Riester-Verträgen. Dort sei eine Absatzsteigerung im Neugeschäft von 17 401 auf 57 681 Stück erreicht worden, ein Plus von 231,5 Prozent. Mit einer Steigerung um 25,2 Prozent von 462 auf 579 Mill. Euro seien die Neubeiträge im Geschäft der W&W-Tochtergesellschaften Württembergische Lebensversicherung AG und der Karlsruher Lebensversicherung AG deutlich stärker gewachsen als der Branchenschnitt von plus 19,1 Prozent.

Das eingelöste Neugeschäft der Wüstenrot Bausparkasse AG sei im vergangenen Jahr um 5,5 Prozent auf 7,3 Mrd. Euro zurückgegangen, während die Branche mit 1 Prozent leicht zulegte. In der Baufinanzierung sank das Neugeschäft um 13,8 Prozent auf 4,12 Mrd. Euro. Konzernchef Erdland sagte, Wüstenrot habe bis zum Herbst 2006 täglich rund 400 Kunde verloren – der Marktanteil der drittgrößten privaten Bausparkasse ging von 8 auf 7,6 Prozent zurück. In diesem Jahr will Erdland aber für den Konzern 400 000 neue Kunden gewinnen. Gleichzeitig sollen weitere 15 kleinerer Beteiligungen abgestoßen werden.

Kritik an Management und Mitarbeitern

Konzernchef Erdland trimmt den Versicherungs- und Bausparkonzern auf Profit und verschlankt die Strukturen. Er sprach am Mittwoch in Stuttgart von einem seit langem bestehenden „Handlungsstau und Nachholbedarf“ vor allem bei den Gesellschaften von Wüstenrot. Bei der Bausparkasse und der Wüstenrot Bank war unter anderem durch Wertberichtigungen ein Restrukturierungsaufwand von 74,4 Mill. Euro vor Steuern notwendig. „Wir betreiben jetzt eine konservativere Bilanzpolitik“, kritisierte der seit genau 365 Tagen amtierende und von der Bausparkasse Schwäbisch Hall gekommene W&W-Chef indirekt das frühere Management.

Erdland hat für den Umbau ehrgeizige Ziele gesetzt: Die Eigenkapitalrendite nach Steuern soll 2009 im Konzern 9 Prozent und anschließend 10 Prozent betragen. Im laufenden Jahr sei ein Wert von 5,3 Prozent angepeilt nach 1,9 Prozent im Jahr 2006. Daneben solle das jährliche Neugeschäftswachstum bis 2010 durchschnittlich 5 Prozent betragen.

Der Konzernchef richtete an die Mitarbeiter des 1999 durch die Fusion von Wüstenrot und Württembergischer Versicherung geschaffenen Konzerns die Mahnung, man können sich wechselseitige Rechthaberei und Disharmonie nicht leisten. „Wir wissen, dass W&W nur eine einzige Unternehmung ist.“

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