Bilanz 2017 Commerzbank-Gewinn bricht ein

Der Umbau macht der Commerzbank weiterhin zu schaffen. Der Gewinn hat sich 2017 nahezu halbiert.
Update: 08.02.2018 - 08:33 Uhr 1 Kommentar
Beim Abbau von Altlasten ist die Bank in den vergangenen Jahren gut vorangekommen, aber an der Profitabilität muss sie noch arbeiten. Quelle: dpa
Commerzbank

Beim Abbau von Altlasten ist die Bank in den vergangenen Jahren gut vorangekommen, aber an der Profitabilität muss sie noch arbeiten.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Umbau ihres Geschäfts hat der Commerzbank im vergangenen Jahr einen weiteren Gewinneinbruch beschert. Im Jahr 2017 machte die Bank 156 Millionen Euro Gewinn, im Vorjahr waren es noch 279 Millionen Euro.

Das Schlussquartal verhalf der Bank somit zu keinen großen Sprüngen mehr. Auch das Ergebnis des vierten Quartals lag mit 90 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert (182 Millionen Euro).

Auch die Die Erträge vor Risikovorsorge gingen auf 9,16 Milliarden Euro von 9,4 Milliarden zurück. Analysten hatten im Schnitt mit Erträgen von 9,08 Milliarden Euro und einem Konzernergebnis von 136 Millionen Euro gerechnet.

Damit schlug sich die Bank aber besser als erwartet, die Aktie legte im vorbörslichen Handel um gut ein Prozent zu.

„Wir haben die Digitalisierung der Bank vorangetrieben und sind kräftig gewachsen“, sagte Commerzbank-Chef Martin Zielke. „Das versetzt uns jetzt in die Lage, für das Geschäftsjahr 2018 wieder eine Dividende anzustreben.“ Für 2017 gehen die Aktionäre dagegen abermals leer aus.

Bei der aktuell laufenden Bilanzpressekonferenz wird der Vorstand Fragen zur weiteren Entwicklung beantworten müssen. Die spannende Frage ist: Ab wann zahlt sich die von Zielke angestoßene Neuaufstellung aus? Außerdem wird er kritische Fragen zu den Problemen mit der Überprüfung von Kunden (KYC) in London und Singapur, sowie zu den Problemen beim Kunden Steinhoff beantworten müssen. Der Möbelhersteller war in eine finanzielle Schieflage geraten.

Commerzbank-Chef Zielke hatte zwar klargemacht, dass sowohl 2017, als auch das Jahr 2018 noch von der Restrukturierung geprägt sein werden. Die größten finanziellen Belastungen dürften jedoch hinter der Bank liegen. So hatten die Kosten für den Abbau Tausender Stellen im ersten Halbjahr 2017 zu einem herben Verlust geführt.

Der Profit in 2017 lässt sich allerdings nicht wirklich auf die Neustrukturierung der Bank zurückführen. Denn die Bank hat im vergangenen unter anderem durch den Verkauf ihres markanten Hochhauses in der Frankfurter Innenstadt eine hohe Summe eingenommen. Sie ist jetzt Mieter in dem Turm.

Analysten erwarten, dass die steigenden Kundenzahlen sukzessive irgendwann auch für mehr Erträge sorgen. Denn Kern der Neuaufstellung ist eine Offensive bei den Privatkunden. Bis zum Jahr 2020 will die Commerzbank zwei Millionen neue Kunden anlocken.

Die Idee: Mehr Kunden bringen auf lange Sicht mehr Gewinn. Der Haken dabei: Erst nach eineinhalb Jahren, so die Rechnung der Commerzbank, wirft ein neuer Kunde unter dem Strich Geld ab. Die Bank gewann 2017 netto 502.000 Privatkunden hinzu.

Die Sparanstrengungen sollen sich 2018 stärker in den Zahlen widerspiegeln. Im Schnitt rechnen Analysten mit einem Gewinn von rund 900 Millionen Euro. Der Gewinn der Commerzbank aus 2017 liegt 123 Millionen Euro unter dem Wert von 2016. Damals machte die Bank 279 Millionen Euro Gewinn, nachdem sie 2015 nur 1,1 Milliarden Euro verdient hatte.

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1 Kommentar zu "Bilanz 2017: Commerzbank-Gewinn bricht ein"

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  • Wie gehabt schreibt das Handelsblatt die Nachricht so, dass es alles negativ ist. Kann es sein dass die meisten Schreiberlinge beim Handelsblatt bei der CoBa als Kunden abgelehnt wurden ? Zumindest erweckt die andauernd negative Schreibweise diesen Eindruck. Glücklicherweise gibt es noch alternative Finanzseiten, wo man eine objektive Berichterstattung erhält.
    Das Ergebnis der Commerzbank ist besser als die meisten Analysten erwartet haben!

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