Bilanz von Unicredit
Mit dem Gewinn geht es bergab

Gegenwind für die italienische Großbank Unicredit: Die HypoVereinsbank-Mutter hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient. Für den Chef der Bank, Federico Ghizzoni, dürfte es eng werden.

MailandDie italienische Großbank Unicredit hat im vergangenen Jahr unter dem Strich 1,7 Milliarden Euro verdient. Das sind 15,6 Prozent weniger als 2014. Während die Einnahmen fielen, gingen die Kosten nach oben.

Die Aktien der Bank gerieten nach der Veröffentlichung der Zahlen unter Druck: Sie gaben knapp fünf Prozent nach. Damit ist der Aktienkurs seit Jahresbeginn um knapp 45 Prozent eingebrochen. Europaweit stürzen Bankaktien immer weiter ab, Unicredit-Aktien zählen dabei zu den größten Verlierern.

Am Montag geriet der Chef der Bank, Federico Ghizzoni, massiv unter Druck. „Der jetzige Chef Federico Ghizzoni ist zwar ein guter Banker aber vielleicht braucht die Bank heute so radikale Veränderungen, dass diese nur über Diskontinuität erreicht werden können“, sagte der italienische Unternehmer Leonardo Del Vecchio der Zeitung „La Repubblica“. Del Vecchio hält knapp zwei Prozent der Anteile an dem Mailänder Kreditinstitut.

Seit Monaten halten sich an der Börse Gerüchte, dass die Investoren unzufrieden mit Ghizzoni sind und die Bank eine weitere Kapitalspritze braucht. Viele Anleger sorgen sich um den riesigen Berg fauler Kredite bei italienischen Banken - eine Folge der jahrelangen Rezession. Der Unicredit-Erzrivale Intesa Sanpaolo verdiente allerdings zuletzt doppelt so viel und hat eine dickere Kapitaldecke.

Im vierten Quartal lief es allerdings deutlich besser als von Analysten erwartet. Unicredit kam auf einen Überschuss von 153 Millionen Euro. Das waren zwar zehn Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Branchenexperten hatten aber mit einem Verlust von 140 Millionen Euro gerechnet.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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