Bilanzakrobaten
Aufseher auf der Fährte von Schönrechnern

Der Verdacht, dass Banken mit ihren internen Risikomodellen ihre Bilanzen aufhübschen, kursiert schon lange. Nun will der internationale Bankenausschuss untersuchen, welche Häuser sich Wettbewerbsvorteile verschaffen.
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FrankfurtRechnen sich manche Banken mit ihren internen Ratingmodellen ihre Kreditrisiken schön? Der Verdacht kursiert schon lange in Fachkreisen, nun will sich nach Handelsblatt-Informationen auch der internationale Baseler Bankenausschuss dieses Themas annehmen. Noch in diesem Jahr soll eine Arbeitsgruppe mit einer Untersuchung beginnen, die die internen Risikomodelle von Banken aus verschiedenen Ländern vergleicht, erfuhr das Handelsblatt aus Aufsichtskreisen.

Damit wollen die Aufseher des Gremiums überprüfen, ob einige Banken ihre Kreditrisiken systematisch kleinrechnen. Das würde den Instituten unfaire Wettbewerbsvorteile verschaffen. Denn die Kapitalvorschriften für Banken besagen: Je riskanter der Kredit, desto mehr Eigenkapital muss die Bank dafür hinterlegen. Doch dieses Risiko dürfen viele Banken mit eigenen Ratingmodellen bewerten. Darin treffen sie Annahmen darüber, wie wahrscheinlich ein Kredit ausfällt und wie viel Geld sie in diesem Fall zurückbekommen.

„Es stellt sich die Frage, ob die Ausfallwahrscheinlichkeiten wirklich europaweit nach bestem Wissen und Gewissen und mit vergleichbaren und konsistenten Modellen gemessen werden. Da sind Zweifel angebracht“, sagt Mark Wahrenburg, Professor an der Frankfurter Goethe-Universität. Man höre oft das Gerücht, dass andere Länder die bankinternen Modelle weniger stark prüfen würden als die deutsche Aufsicht.

Erst jüngst kam das Konzept der internen Ratingmodelle beim europäischen Stresstest ins Gerede. Bei diesem Test verdonnerte die europäische Bankenaufsicht EBA 28 Banken dazu, eine 78 Milliarden Euro große Kapitallücke zu schließen. Einige Banken wie die Commerzbank, Santander oder BBVA verkleinerten ihre Lücke auch dadurch, dass sie ihre Ratingmodelle überarbeiteten. Sie verbesserten ihre Kapitalbasis also, indem sie Kredite als weniger riskant einstuften.

Obwohl die Aufseher jede Änderung absegnen müssen, machen solche Vorgänge viele Fachleute misstrauisch. Da hilft es wenig, dass die Banken nur solche veränderten Berechnungen nutzen durften, die sie längst vor dem Stresstest angemeldet hatten. „Es ist sinnvoll, dass man die internen Modelle auch weiterentwickelt. Aber es hat schon ein Geschmäckle, wenn die Banken sie ausgerechnet jetzt fortentwickeln und im Zweifel zu ihren Gunsten“, sagt Martin Faust, Professor an der Frankfurt School of Finance.

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Kommentare zu " Bilanzakrobaten: Aufseher auf der Fährte von Schönrechnern"

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  • Erstaunlich, wenn man jetzt sich mit dem Kern der BASEL-Regelung "beschäftigen" will. Man muss fragen, was sie denn vorher in den letzten 15 Jahren gemacht haben.

    Die Finanzkrisen sind offensichtlich kein Zufallsereignis!

  • jede Wette: die Aufseher sind Amerikaner und stehen auf der Gehaltsliste von GS

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