Bilanzprüfung: Bafin ist zuversichtlich für Banken im Stresstest

Bilanzprüfung
Bafin ist zuversichtlich für Banken im Stresstest

Die deutsche Bankenaufsicht sieht dem EZB-Stresstest gelassen entgegen. Bei den Banken habe ein Kulturwandel stattgefunden. Für den Devisenskandal bei der Deutschen Bank findet der Bafin-Chef allerdings deutliche Worte.
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DüsseldorfDer Chef der deutschen Bankenaufsicht Raimund Röseler sieht die deutschen Banken gut für die Bilanzprüfung und den Stresstest der Europäischen Zentralbank gerüstet. „Alle Banken haben verstanden, dass sie in den letzten zwölf Monaten ihre eventuell vorhandenen Hausaufgaben erledigen mussten“, sagte der Exekutivdirektor der Finanzaufsicht Bafin im Interview mit der Digitalzeitung Handelsblatt Live (Montagausgabe). Er gehe davon aus, dass diese nun erledigt seien. Auch die Bankenaufseher selbst seien gut vorbereitet und wüssten, was auf dem Spiel steht. „Allen ist klar: Wenn der nächste Stresstest nicht zum Erfolg führt, haben wir an den Finanzmärkten ein riesiges Problem“, sagte er.

Unzufrieden ist Röseler mit dem Entwurf der Europäischen Kommission für ein Trennbankensystem. „Dieser Vorschlag bleibt in Teilen hinter dem deutschen Gesetz zurück“, sagte er. Er finde, der deutsche Gesetzgeber habe einen „Mindeststandard gesetzt, den man nicht unterschreiten sollte“.

Mit Blick auf die Manipulationsvorwürfe gegen Banken am Devisenmarkt zeigte er sich beunruhigt. „Es erschreckt mich schon, mit welcher Gier und welcher Skrupellosigkeit einzelne Personen offensichtlich agiert haben“, sagte er. Er hält es für möglich, dass die Vorgänge am Devisenmarkt die Enthüllungen über Manipulationen des Referenzzinssatzes Libor noch übertreffen werden. „Libor war schon groß, aber das Devisen-Thema hat sicherlich das Potenzial für einen Skandal“, sagte er.

Mit Blick auf den häufig postulierten Kulturwandel in der Bankenbranche sieht er Fortschritte. Insgesamt habe schon ein Wandel stattgefunden, manchmal müsse die Aufsicht ihn aber auch forcieren. „Es gibt Fälle, da muss man einige Institute ein wenig in die richtige Richtung schubsen“, so Röseler.

Das vollständige Interview mit Raimund Röseler finden Sie zum Download in unserem Kaufhaus der Weltwirtschaft unter www.kaufhaus.handelsblatt.com.

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  • So viele Anträge von Staatsanwaltschaften?

    Keine Anfragen von Finanz- und Sozialbehörden?

  • Ich möchte darauf hinweisen, dass nicht die BaFin von sich aus Konten abfragt, sondern dies immer von einer Staatsanwaltschaft beantragt werden muss.

  • Kennen Sie denn ein Behörde, für die das nicht zutrifft?

    So richtig arbeiten "tun" die doch erst, wenn es darum geht Hehlerware anzukaufen (Steuer-CDs) und es Leuten heimzahlen können, die mehr verdienen als sie selbst. D.h., dass Arbeitsleistung dort nur über Sozialneid aktiviert werden kann.

    Das wird auch seitens der BaFin bestätigt. Nichts hat sich so explosionsartig entwickelt wie deren Kontenabfragen.

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