Bilanzvorlage und Zukäufe: Deutsche Bank setzt auf junge Töchter

Bilanzvorlage und Zukäufe
Deutsche Bank setzt auf junge Töchter

Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr glänzend verdient. Auch für 2007 ist der heimische Branchenprimus zuversichtlich. Zum Gelingen sollen nicht zuletzt die vielen neuen Töchter beitragen im In- und Ausland. Im besten Falle trudelt auch aus Vietnam ein Scheck ein.

HB FRANKFURT. Die Deutsche Bank will sich mit bis zu 20 Prozent an der vietnamesischen Hanoi Building Commercial Joint Stock Bank – kurz Habubank – beteiligen. Eine entsprechende Vereinbarung sei bereits unterzeichnet worden, teilte das Institut am Donnerstag nach der Vorlage der Jahresbilanz 2006 in Frankfurt mit. Die Transaktion stehe noch unter Vorbehalt der entsprechenden behördlichen Genehmigungen. Die Deutsche Bank werde größter Einzelaktionär der Habubank und sei berechtigt, im Vorstand des Unternehmens vertreten zu sein. Finanzielle Details wurden nicht bekannt gegeben.

Die beiden Banken entwickeln und vertreiben künftig gemeinsam Anlageprodukte, Kreditkarten und Bankdienstleistungen für vermögende Privatkunden. Dabei werden die Vietnamesen vom Know How der Frankfurter etwa bei der Risikosteuerung profitieren. Umgekehrt bekommt die Deutsche Bank einen besseren Zugang zum vietnamesischen Markt. Zwar sind die Deutschen seit 15 Jahren in dem südostasiatischen Land vertreten, betreiben aber nur eine Filiale in Ho-Chi-Minh-Stadt.

Die Habubank wurde 1988 gegründet und war die erste in Form einer Aktiengesellschaft gegründete Bank in Vietnam. Sie verfügt über ein Netzwerk von 21 Filialen mit rund 560 Mitarbeitern. 75 000 Privat- und Geschäftskunden werden von ihr betreut. Der für den Bereich Privat- und Geschäftskunden zuständige Deutsche-Bank-Vorstand Rainer Neske sagte, die Beteiligung an der Habubank stelle einen weiteren Schritt zur Stärkung und zum Ausbau des Privatkundengeschäfts im Raum Asien-Pazifik dar.

Große Ziele mit der Norisbank

Auch in Deutschland setzt die Deutsche Bank große Erwartungen in ihre Töchter, besonders in die jüngst erworbene Norisbank. Bis 2010 soll die Zahl der Kunden dort von derzeit gut 300 000 auf 1 Mill. Kunden gesteigert werden, wie Vorstandschef Josef Ackermann am Donnerstag in Frankfurt sagte. Die Deutsche Bank hatte im vergangenen Sommer für 420 Mill. Euro die 98 Filialen und den Markennahmen Norisbank gekauft. Der bisherige Besitzer – die genossenschaftliche DZ Bank – hat aber die Nürnberger Zentrale behalten und in Teambank umfirmiert; Hauptprodukt ist der Konsumentenkredit Easy Credit, der auch über Volks- und Raiffeisenbanken vertrieben wird.

Vor der Norisbank hatte die Deutsche Bank bereits die Berliner Bank für 680 Mill. Euro erworben. Das Institut hatte zur damaligen Bankgesellschaft Berlin gehört, der heutigen Landesbank Berlin. In der Hauptstadt unterhält die Berliner Bank 60 Filialen mit 1 140 Mitarbeitern. Es waren die ersten großen Übernahmen im deutschen Privatkundengeschäft in Ackermanns Amtszeit. Ackermann war lange vorgeworfen worden, den Heimatmarkt zu Gunsten weltweiten Wachstums zu vernachlässigen.

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