Billig-Brustimplantate: Gericht verurteilt Allianz zu Schadenersatz

Billig-Brustimplantate
Gericht verurteilt Allianz zu Schadenersatz

Im Skandal um französische Billig-Brustimplantate ist die Allianz nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP von einem Gericht in Avignon zu 4000 Euro Schadenersatz verurteilt worden.
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ParisIm Skandal um französische Billig-Brustimplantate gibt es ein erstes Urteil: ein Gericht in Avignon verurteilte den Versicherer des insolventen Herstellers PIP nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP zu 4000 Euro Schadenersatz. Der Richter gab damit der Klage einer 31-jährigen Betroffenen statt, der ein PIP-Silikonkissen eingepflanzt worden war. Eine Sprecherin der Allianz-Versicherung in Paris konnte die Angaben zum Urteil am Freitag auf Nachfrage zunächst weder bestätigen noch dementieren.

Nach Ansicht des Klägerinnen-Anwalts ist das Urteil gegen den Versicherer der Firma Implant Prothese (PIP) vom 11. Januar richtungweisend. Der Richter habe sich auch nicht vom Einwand der Versicherung beeindrucken lassen, dass sie in einem laufenden Verfahren wegen vorsätzlicher Täuschung durch die Verantwortlichen bei PIP auf Nichtigkeit des Versicherungsvertrags klage. Er war nach den Angaben im Juli 2010 abgeschlossen worden.

Nach den gleichen Angaben ging in Toulon die erste Strafanzeige gegen den Firmengründer sowie Teile von dessen Familie ein. Neben der vorsätzlichen Lebensgefährdung geht es dabei nach Angaben der Agentur auch um den Verdacht der illegalen Bereicherung. Die Anwältin Christine Ravaz wird mit den Worten zitiert: „Wir wollen erfahren, wo das Vermögen des Unternehmens PIP geblieben ist.“ Weltweit sollen rund 500.000 Frauen minderwertige Silikonkissen der französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP) erhalten haben. Deren Silikon kann heraussickern, sich im Körper verteilen und Entzündungen auslösen. Unewiesen ist, ob dies das Krebsrisiko erhöht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Billig-Brustimplantate: Gericht verurteilt Allianz zu Schadenersatz"

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  • Es ist doch klar, dass grob fahrlässiges Handeln nicht versicherbar ist. Nach eigener Aussage im Verfahren handelt es sich um vorsätzliche Täuschung durch die Unternehmensleitung. Haben wir uns in Europa bereits so weit von rechtsstaatlichen Prinzipien verabschiedet? Dann können wir tatsächlich auch mit Wulff als Bundesvorsitzenden leben.

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