Bis Ende August sollen die Kandidaten ein vorläufiges Angebot abgeben Postbank liegt im Rennen um BHW vorn

Zumindest eines ist sicher im Fall BHW: Die Gewerkschaftsholding BGAG und der deutsche Beamtenwirtschaftsbund wollen den Baufinanzierer in einer Versteigerung verkaufen. 1,5 bis 2,5 Mrd. Euro soll das Unternehmens wert sein – als einer der letzten selbständigen deutschen Finanzvertriebe ist es ein attraktives Übernahmeziel. Dennoch ist unklar, ob es am Ende tatsächlich zu einem preistreibenden Bieterwettbewerb zwischen zahlreichen Interessenten kommen wird.

mm FRANKFURT/M. Denn zum Angebot gehört nicht nur die BHW, sondern auch die krisengeschüttelte Hypothekenbank AHBR, an der die BGAG 50 Prozent und die BHW 40 Prozent hält. Als bisher einziger Interessent hat sich die Deutsche Postbank klar positioniert. Sie gilt daher als Favorit im Kampf um BHW.

Das Frankfurter Institut wollen die Eigentümer in jedem Fall los werden und so wurden die BHW-Interessenten im Juli ausdrücklich aufgefordert, eine Lösung zu präsentieren, die auch den Verkauf von AHBR sicherstellt. Das schreckt viele Bieter ab: So zog sich die französische Großbank BNP Paribas vergangene Woche aus dem Verkaufsverfahren zurück, weil sie keine Verwendung für AHBR hat.

Nur kurzfristig wurden auch die Dresdner Bank und ihre Mutter Allianz als ernsthafte Interessenten gehandelt. Zwar prüften die Dresdner-Banker die vorläufigen Verkaufsunterlagen, weitere Schritte – ein unverbindliches Angebot oder die genauere Untersuchung der BHW-Bücher – seien aber unwahrscheinlich, hieß es aus Kreisen der Bank. Dass sich die Deutsche Bank ernsthaft um BHW bemüht, gilt ebenfalls als unwahrscheinlich.

Intensiv bemüht sich hingegen die Postbank um BHW. Das große Plus der Bonner: Anfang des Jahres konnten sie sich den Zuschlag für das gut neunprozentige BHW-Paket des Versicherers Münchner Rück sichern. Auch für das Problem AHBR hat die Postbank bereits eine Lösung gefunden und ein Konsortium mit dem US-Finanzinvestor Cerberus geschmiedet. Der Plan: Die Postbank kauft BHW, während Cerberus AHBR übernimmt. Über eine ähnliche Lösung denkt auch die Commerzbank nach, die ihren Hut ebenfalls in den Ring geworfen hat. Daneben sollen noch einige ausländische Institute unverbindliches Interesse geäußert haben.

Bis Ende August sollen die Kandidaten ein vorläufiges Angebot abgeben, heißt es im Umfeld von BHW. Aus diesem Kreis sortieren die Eigentümer und die Beraterbank Goldman Sachs die Kandidaten aus, die einen tiefen Blick in die BHW-Bücher werfen dürfen. Bis zum Jahresende soll dann klar sein, wer in Zukunft das Sagen im BHW-Hauptquartier in Hameln hat. Den Ausschlag darüber dürfte am Ende nicht nur der Preis geben. Als Gewerkschaftsholding könnten der BGAG die Arbeitsplätze bei BHW nicht völlig egal sein, heißt es in Verhandlungskreisen.

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