Bitcoin-Technik Blockchain IT-Innovation soll Derivategeschäft revolutionieren

Die US-Finanzbranche stellt ihr Derivategeschäft auf eine neue Technik um: Blockchain. Diese hat die virtuelle Bitcoin-Währung möglich gemacht. Die Investmentbanken könnten mithilfe der Technik womöglich Milliarden einsparen.
1 Kommentar
IT-Innovationen könnten die Finanzwelt komplett umkrempeln. Quelle: Reuters
Datenserver in Hafnarfjordur, Island

IT-Innovationen könnten die Finanzwelt komplett umkrempeln.

(Foto: Reuters)

New YorkErst kommt das Schlagwort, verbunden mit viel Phantasie. Dann kommt die Ernüchterung. Und dann, wenn die Aufregung sich gelegt hat, werden die ersten wirklich großen Projekte umgesetzte. Dieses Muster, das typisch ist für technische Innovationen, zeigt sich auch bei der sogenannten Blockchain-Technik.

Sie steht hinter der virtuellen Währung Bitcoin. Bitcoins werden in digitalen Datenbanken praktisch „aus dem Nichts“ erschaffen. Die Blockchain-Technik sorgt dafür, dass die Datenbank nicht im Nachhinein manipuliert werden kann. So wird der Wert eines vorangehenden Datensatzes auch nach Veränderung im nachfolgenden Datensatz gesichert. Dabei werden die Informationen ohne Zwischenschaltung einer zentralen Instanz jedem Teilnehmer in identischer Form und weitgehend fälschungssicher zur Verfügung gestellt.

Zwar wurde die Blockchain-Technik ursprünglich als frei verfügbare Software-Basis für die elektronische Bitcoin-Währung entwickelt. Sie ist aber für jede Art Konto- und Buchführung geeignet. Nach einer Phase der Testläufe und Nischenprojekte wird in den USA jetzt die Abwicklung von Termingeschäften, Derivaten, auf diese Technik übertragen – mit einem jährlichen Buchungsvolumen von elf Billionen Dollar. Das kommt einem Durchbruch der Blockchain-Technik gleich.

Das sind die Top-Investmentbanken der Welt
Platz 15: Mizuho Financial Group
1 von 15

Die japanische Mizuho Financial Group landet mit Einnahmen von 584 Millionen Dollar im ersten Halbjahr 2015 auf dem 15. Platz nach Informationen des Finanzdatenanbieters Thomson Reuters.

Die Bank ist eine der 28 Großbanken, die vom Financial Stability Board (FSB) als „systemically important financial institution“ (systemisch bedeutsames Finanzinstitut) eingestuft wurden. Im Anleihengeschäft nahm die Bank allein 212 Millionen Dollar ein, 190 Millionen im Kreditgeschäft.

Platz 14: Jefferies
2 von 15

Die US-amerikansiche Investmentbank Jefferies nahm im ersten Halbjahr 2015 insgesamt 647 Millionen Dollar ein. Besonders erfolgreich war man hier mit Aktien: Allein 206 Millionen Dollar wurden damit eingenommen. Der Hauptsitz befindet sich in New York.

Platz 13: BNP Paribas
3 von 15

704 Millionen Dollar nahm BNP Paribas im ersten Halbjahr 2015 ein. Den größten Batzen davon generierte die französische Geschäftsbank im Anleihengeschäft: Alleine hier lagen die Erträge bei 333 Millionen Dollar.

Platz 12: UBS
4 von 15

Die Schweizer UBS nahm im ersten Halbjahr 2015 937 Millionen Dollar an Gebühren im Investmentbanking ein. Alleine 408 Millionen Dollar davon stammen aus Aktiengeschäften. 251 Millionen wurden mit M&A-Beratungen erzielt. UBS zählt zu den weltweit größten Vermögensverwaltern.

Platz 11: HSBC
5 von 15

Auf Platz elf folgt HSBC mit Erträgen von 949 Millionen Dollar. Der größte Anteil davon stammt aus Anleihe-Geschäften: 426 Millionen Euro wurden so generiert. Mit Krediten wurden 261 Millionen Euro eingenommen.

Platz 10: RBC
6 von 15

Die Royal Bank of Canada (RBC) nahm 1,081 Milliarden Dollar ein. 348 Millionen davon wurden mit Anleihen erzielt, 276 Millionen Dollar mit Krediten.

Platz 9: Wells Fargo
7 von 15

Wells Fargo nahm 1,2 Milliarden Dollar ein. 505 Millionen davon stammen aus Anleihe-Geschäften, 347 Millionen wurden mit Krediten erzielt. In diesem Bereich liegt die Bank mit Sitz in San Francisco weltweit auf Platz fünf.

Dafür ist ein in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannter Riese verantwortlich: die Depositary Trust & Clearing Corporation (DTCC) in New York. Die Gesellschaft besorgt im Wesentlichen die Abwicklung des amerikanischen Wertpapiergeschäfts und bewältigt ein Volumen von jährlich rund 1,6 Billiarden Dollar. Die US-Finanzbranche ist ihr Kunde – zugleich ihr Eigentümer.

Ziel des neuen DTCC-Projekts ist eine Vereinfachung der Abläufe für alle Beteiligten. Das soll zu deutliche Kostensenkungen im Derivatehandel führen, für die DTCC allerdings keine Schätzung abgibt. Die Unternehmensberatung Accenture hat eine Kalkulation veröffentlicht, wie acht untersuchte Investmentbanken ihre Kosten mithilfe von Blockchain senken könnten. Demnach könnten die Geldhäuser Kosten von derzeit 30 Milliarden Dollar um acht Milliarden Dollar verringern. Einsparmöglichkeiten durch die neue Technik sieht Accenture unter anderem bei der Bereitstellung von Finanzinformationen und der Compliance, der Überwachung von geschäftlichen Vorgängen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Macht die Bitcoin-Technik Banken überflüssig?
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Bitcoin-Technik Blockchain - IT-Innovation soll Derivategeschäft revolutionieren

1 Kommentar zu "Bitcoin-Technik Blockchain: IT-Innovation soll Derivategeschäft revolutionieren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Viele Unternehmen haben bereits verstanden das sie mit Blockchains enorme Kosten einsparen können.
    Noch nicht verstanden haben sie das nur öffentliche bzw. dezentrale Blockchains stabil und sehr langlebig sein werden.
    Während private und interne Lösungen Kosten sparen können, bleibt hier nach wie vor das Problem von Betrug, Zensur und Überregulierung bestehen.
    Finanzielle Freiheit erlangen wir nur auf öffentlichen und dezentralen Blockchains.

    Schlussendlich wird es natürlich Beides geben und wir werden Konten und Dienste je nach Anwendungsfall einsetzen. Vermögen das ich sicher wissen möchte parke ich entsprechend auf einer öffentlichen und dezentralen Lösung wie zB. BitShares, während mein Gehalt, meine Rechnungen und Versicherungen auf privaten oder hybriden Blockchains lagern werden, wo sie entsprechend Reguliert (eingefroren) werden können.

    Ich denke selbst ohne Bargeld werden wir so in Zukunft Herr über unser Eigentum bleiben können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%