„Blockupy“-Protest
Mit Farbe und Planschbecken gegen die Banken

Knisternde Atmosphäre zum Auftakt von Protesttagen gegen die Macht der Banken: In Frankfurt endet das erste Aufeinandertreffen zwischen Polizei und Demonstranten aber weitgehend friedlich.
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FrankfurtDie Banken in Frankfurts Mitte stehen sich hinter mannshohen Absperrgittern gegenüber. Dazwischen Handwerker, die noch das eine oder andere Fenster hinter dicken Spanplatten verschwinden lassen. Gruppen von drei bis vier Polizisten schlendern umher, dazwischen Berufspendler, die nicht auf dem üblichen Wegen unterwegs sind, da zwei zentrale S- und U-Bahnstationen im Bankenviertel – Taunusanlage und Willy-Brandt-Platz – bis Sonntag geschlossen bleiben.

Viele haben bereits um die Mittagszeit ihre Rollkoffer ausgelassen grüßend zum Hauptbahnhof und das um Christi Himmelfahrt verlängerte Wochenende gezogen. Die meisten Banken haben ihren Angestellten angeboten, den Freitag frei zu nehmen oder von zuhause zu arbeiten, was gerne angenommen wurde.

Unter dem Motto Blockupy haben rund 40 Organisationen bis Samstag zu Protesten gegen die Krisenpolitik von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Weltwährungsfonds (IWF) in der Innenstadt aufgerufen.

Schon heute standen vor der Europäischen Zentralbank Kinder-Planschbecken. Demonstranten mit Perücken lagen darin, einige mit Farbe vollgeschmiert. Unterstützt wird die Bewegung unter anderem von Occupy, den Gewerkschaften, dem globalisierungskritischen Netzwerk Attac, von linken Initiativen und Parteien. Und so will die Blockupy-Bewegung am Freitag die EZB und weite Teile des Bankenviertels lahmlegen, trotz weitreichender Verbote.

Die Veranstalter hoffen auf bis zu 40.000 Demonstranten. Die Polizei hofft auf weniger und befürchtet, dass auch jene wieder kommen, die bereits am 31. März in der City gewütet hatten. Die Frankfurter Polizei hatte am Mittwochmorgen das unterhalb der EZB gelegene Zelt- und Hüttenlager der Occupy-Bewegung geräumt und rund 150 Aktivisten aus dem Lager geführt oder getragen.

Per Gerichtsbeschluss darf dieses bis Sonntag nicht betreten werden. Bis Freitag bleiben zudem alle Veranstaltungen des „Blockupy“-Bündnisses in Frankfurt verboten - Beschwerden dagegen hat das Bundesverfassungsgericht zurückgewiesen.

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Mit Farbe und Planschbecken gegen die Banken

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Polizei und Camp-Aktivisten kennen sich gut

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  • Ich finde man sollte auf jeden Fall den Aktionen der Occupy-Bewegung Anerkennung zollen. Aktiv auf die Missstände im Bankensektor hinzuweisen, egal auf welche friedliche! Art und Weise, hat meinen Respekt. Weiter so!!!

  • Occupy und co...Dümmer als die Polizei erlaubt...mit Planschbecken, Lutschern und bissl GagaMusik rumhängen, dumm glotzen, Transparente schwingen und tatsächlich meinen es juckt irgendwen...LOL

    Sorry Leute, was wir vor allem in D brauchen um die Demokratie und echte soziale Verhältnisse wieder herzustellen, ist eine Revolte wie man sie lange nicht mehr gesehen hat. Alles andere ist purer Stuss und macht keinen Sinn. Ich selbst bin kein BEfürworter harter Aktionen doch leider sehe ich dass hier in D nichts mehr anders zu machen ist. Wahlen? LOL, ich lach mich krank.....wählen gehen, damit man direkt nach der Wahl, kein Stimmrecht mehr hat...sorry das ist alles nur noch ein Witz.

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