BNP Paribas: Investmentbanking beflügelt französische Großbank

BNP Paribas
Investmentbanking beflügelt französische Großbank

Die französische Großbank BNP Paribas hat im dritten Quartal überraschend den Gewinn gesteigert. Der Überschuss beträgt nun fast zwei Milliarden Euro. Das Institut steht damit besser da als die Deutsche Bank.

Paris/FrankfurtDie größte französische Bank BNP Paribas hat ihren Gewinn dank guter Geschäfte im Investmentbanking ausgebaut. Der Überschuss stieg um drei Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, wie das Geldhaus am Freitag mitteilte.

Das Institut steht damit deutlich besser da als der Konkurrent Deutsche Bank, der von Juli bis Ende September trotz guter Handelsgeschäfte nur knapp 300 Millionen Euro Gewinn machte. An der Börse ist BNP Paribas derzeit rund 67 Milliarden Euro wert – mehr als drei mal so viel wie Deutschlands größtes Geldhaus.

BNP wurde wegen Verstößen gegen US-Sanktionen 2014 zu einer Strafe von acht Milliarden Dollar verdonnert. Seitdem gibt es keine großen offenen Rechtsstreitigkeiten mehr, die der Bank das Leben schwermachen. Anfang des Jahres beschloss BNP, das Investmentbanking noch stärker zurückzufahren und die Kosten auch in anderen Geschäftsbereichen zu senken. Dieser Kurs trägt nun erste Früchte. Die Kernkapitalquote des französischen Branchenprimus stieg im dritten Quartal um 0,3 Punkte auf 11,4 Prozent. „Die Bilanz unserer Gruppe ist grundsolide“, erklärte BNP-Chef Jean-Laurent Bonnafe.

Als eines der ersten europäischen Geldhäuser gab das Institut zudem bekannt, welche Kapitalquote es künftig auf Druck der Europäischen Zentralbank (EZB) erfüllen muss. Die Aufseher haben alle Großbanken im Rahmen des sogenannten „Supervisory Review and Evaluation Process“ (SREP) 2016 durchleuchtet und ihnen kürzlich in einem vorläufigen Schreiben mitgeteilt, welche Mindestkernkapitalquoten sie künftig aufweisen müssen.

Finale Entscheidungen sollen bis Jahresende fallen. BNP muss nach eigenen Angaben bis 2019 eine SREP-Quote von 10,25 Prozent erfüllen. Hinzu kommen dann noch zusätzliche Anforderungen, darunter ein Extra-Sicherheitspuffer für weltweit systemrelevante Banken.

Auch viele deutsche Banken haben bereits vorläufige Schreiben mit ihren neuen SREP-Quoten erhalten, wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Große Veränderungen im Vergleich zu den bisherigen Quoten habe es nicht gegeben. Die EZB äußerte sich dazu nicht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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