BNP-Paribas überrascht mit Zukäufen: Die Jäger aus Paris

BNP-Paribas überrascht mit Zukäufen
Die Jäger aus Paris

Mit der Übernahme der sechstgrößten italienischen Bank BNL hat BNP-Paribas-Chef Baudouin Prot für eine handefeste Überraschung gesorgt. Denn sein Institut hatte für eine Übernahme dieser Größenordnung niemand so wirklich auf der Liste. Zumal Prot selbst alle Ambitionen für große Zukäufe stets von sich gewiesen hat.

PARIS. Erst im November sagte er der Zeitung „La Tribune“: „In Bezug auf Annäherungen im großen Stil hat sich mein Standpunkt nicht geändert: Die Strategie von BNP Paribas konzentriert sich auf organisches Wachstum und Zukäufe mittlerer Größe.“ Allein im vergangen Jahr kaufte die Großbank 14mal zu, das Gesamtinvestment belief sich dabei auf gerade mal 2,3 Mrd. Euro.

Und nun legt Prot plötzlich allein für die BNL neun Mrd. Euro auf den Tisch. Dabei gehörten der BNP-Paribas-Chef und sein Ziehvater, BNP-Paribas-Präsident Michel Pébéreau, stets zu den prominentesten Vertretern der Bankenszene, die keinen Sinn in großen, grenzüberschreitenden Übernahmen sahen, solange es keinen echten Finanzbinnenmarkt gibt – mit harmonisierten Steuer- und Verbraucherschutzregeln für echte europäische Finanzprodukte.

Doch die Chance, in den bislang für Ausländer verbarrikadierten italienischen Bankenmarkt einzudringen, war wohl zu verführerisch. Schließlich hatte ABN Amro bereits zugeschlagen. Dank guter Geschäfte an den Börsen und wenigen Kreditausfällen sind die Kassen der europäischen Banken prall gefüllt – BNP Paribas war also gut beraten, schnell zuzugreifen.

Der Deal folgt einer Wachstumslogik und ist weniger motiviert, Kosten zu senken: Bank-Chef Prot stellt entsprechend „signifikante Einnahme-Synergien“ in Aussicht: Sprich, die Franzosen wollen über ihre neue italienische Plattform mehr Produkte verkaufen. Allerdings sind solche Synergien schwerer zu prognostizieren als Kostensynergien.

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