BNP Paribas und RBS
Europas Banken streichen noch mehr Stellen

Der Stellenabbau bei Europas Großbanken beschleunigt sich weiter. Der Wettbewerbsdruck in der Branche bleibt hoch, außerdem belastet ein schwaches erstes Quatal die Unternehmen. Betroffen sind nicht nur Investmentbanker.

Paris/LondonGleich zwei europäischen Geldhäuser machen am Donnerstag Schlagzeilen mit bevorstehenden Stellenabbau-Programmen. Die französische Großbank BNP Paribas will Insidern zufolge 675 Stellen streichen. Betroffen sei der Bereich Geschäftskunden und Investmentbanking (CIB) auf dem Heimatmarkt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Den Gewerkschaften soll dazu ein Plan mit Angeboten zum freiwilligen Ausscheiden vorgelegt werden.

Laut Geschäftsbericht 2015 beschäftigt die CIB-Sparte mehr als 30.000 Mitarbeiter in über 50 Ländern. BNP will früheren Angaben zufolge bis 2019 mehr als eine Milliarde Euro einsparen, um Kosten durch verschärfte Vorgaben der Aufseher aufzufangen. Das erste Quartal war für Investmentbanker ein eher schwacher Drei-Monats-Zeitraum. Vor allem im Januar und Februar hatte das Geschäft Rückschläge zu verkraften. Bei den US-Großbanken, die bereits über die Zahlen für Januar bis März berichtet haben, gab es im Investmentbanking Rückschläge im zweistelligen Prozentbereich.

In Großbritannien setzt die Royal Bank of Scotland (RBS) ihren Stellenabbau fort. Im britischen Privatkundengeschäft würden 600 Jobs gestrichen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag. Zudem würden 34 Filialen geschlossen und die Öffnungszeiten in Hunderten Zweigstellen eingeschränkt. Ende 2015 arbeiteten für das Geldhaus weltweit rund 91.500 Mitarbeiter.

Einer Studie zufolge hat die Bank bereits 2014 und 2015 mehr Filialen dichtgemacht als jedes andere Institut in Großbritannien. Einschließlich der neuen Entlassungen kommt die RBS allein in diesem Jahr auf 1.500 Stellenstreichungen. Das Finanzinstitut hat angekündigt, jeden zwölften Job in der Privatkundensparte abzubauen und dies damit begründet, dass immer mehr Kunden ihre Bankgeschäfte online erledigten. Laut der RBS hat sich die Zahl der Briten, die eine Filiale aufsuchen seit 2010 halbiert.

Die RBS leidet immer noch unter den Folgen der Finanzkrise, als die Regierung dem Geldhaus mit mehr als 50 Milliarden Euro unter die Arme greifen musste. Der Staat ist weiterhin mit 73 Prozent beteiligt und muss bei einem Ausstieg hohe Verluste befürchten. Die Aktien liegen deutlich unter dem Wert, zu dem damals die Regierung eingestiegen war.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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