BNP Paribas
Wie man eine Milliardenstrafe den Kunden erklärt

Der französischen Großbank BNP Paribas droht in den USA eine Strafe in Höhe von zehn Milliarden Dollar. Die Bank gibt jetzt Mitarbeitern Tipps, wie man das den Kunden erklärt. Ein Floskelkatalog.
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New YorkDie französische Großbank BNP Paribas hat Managern einen Leitfaden an die Hand gegeben, wie sie Fragen von Kunden zu einer möglichen Rekord-Strafe in Höhe von zehn Milliarden Dollar durch die USA beantworten sollen. Demnach arbeite der Konzern daran, dass ein mögliches Verbot von US-Dollar-Clearing-Geschäften die Geschäfte der Kunden nicht unterbreche.

Das drei Seiten umfassenden „Elemente der mündlichen Kommunikation“ beinhaltet neun Fragen und Antworten. Sie sollen Managern und Unternehmensbankern helfen, Fragen von Kunden zu den Untersuchungen zu beantworten.

Einem internen Rundschreiben zufolge, in das Bloomberg Einsicht hatte, sollen die Banker ihren Kunden sagen, dass die USA „ganz klar weiter ein strategischer Markt“ für die größte Bank Frankreichs sind. Und: „BNP Paribas unternimmt alles, was in ihrer Macht steht, um zu garantieren, dass drohende Entscheidungen keine negative Auswirkungen auf unsere Kunden und Gegenparteien haben - und ihre Geschäftsaktivitäten nicht behindern werden“.

Die USA stehen hinter 14 Prozent der Kreditvergaben durch BNP. Damit sind die Vereinigten Staaten der zweitgrößte Markt für BNP nach Frankreich. Carine Lauru, ein Sprecherin von BNP in Paris, wollte keinen Kommentar abgeben.

Die US-Justiz fordert informierten Kreisen zufolge von BNP Paribas bis zu zehn Milliarden Dollar für die Beilegung einer Auseinandersetzung über mögliche Sanktionsverletzungen durch die Bank. Der Vergleich könnte die höchste Geldstrafe sein, die die USA jemals verhängt haben – und auch den Vergleich über vier Milliarden Dollar übertreffen, den BP im vergangenen Jahr mit dem Justizministerium geschlossen hatte.

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Wie man eine Milliardenstrafe den Kunden erklärt

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Verstöße gegen US-Sanktionen

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  • @Schwabenmotzer

    Was geht uns die Großmachtpolitik der USA gegen Iran an. Solange internationale Gesetze nicht gebrochen wurden, hat sich die USA kein Richteramt anzumaßen. Die USA ist (sollte sein!!!) ein Staat wie jeder andere auch (außer daß sie internationales Recht und Gerichte nicht für sich anerkennen).

    Es wird Zeit sich von deren "Rechts"system und Lizenz-Erpressungs-System (Standards wie den Dollar z.B.) zu lösen, nicht noch weiter in dieses Rechtsschlammassel zu integrieren, wie es das WIRKLICHE Ziel des Freischwindel-Abkommens ist (und noch schlimmer, der Dienstleistungs-Ergänzung TISA). Was dann in großem Stil blüht zeigt schon jetzt die Willkür dieser BNP-"Strafe".

    Nur Verräter unterschreiben ein solches Kapitulations-Abkommen mit den USA (sprich mit der Hochfinanz, die die Großkonzerne weltweit kontrolliert). Die Demokratie (und wenn sie sowieso auch nur so eine Art Demokratie-Simulation ist) ist damit ERLEDIGT. Was faktisch passiert ist, die Hochfinanz legt ihre Sklaven-Plantagen diesseits und jenseits des Atlantiks zusammen und zieht die Leine an (vor allem in EUropa).

  • Sicherlich ist die Rolle der Amerikaner kritisch zu hinterfragen. Die französische Großbank steht im Verdacht,
    Embargomaßnahmen gegenüber dem Iran unterlaufen zu haben.
    Andere Großbanken werden laut Medienberichten ebenfalls
    überprüft. Internationale Solidarität war erforderlich. Wer dagegen verstößt, hat m.E. die Konsequenzen zu ertragen.

  • USA: Krieg gegen europäische Banken?

    Mit Verurteilungen und Rekordstrafen ruiniert der Weltdiktator Washington europäische Banken.
    Credit Suisse war erst der Anfang, BNP folgt. Auch Deutsche Bank betroffen.
    Washington will eigene Gesetze weltweit durchsetzen. Abenteuerliche Begründung: Wer mit Dollar zahlt, für den gilt US-Gesetz.

    Es ist noch nicht so lange her, da wurden europäische Banken mit vereinten Kräften und Billionen seitens EZB und Staaten gerettet. Seiden herrscht relative Ruhe im Sektor. Doch seit letzter Woche wird zurückgeschossen: aus den USA.

    Die US-Behörden konzentrieren sich auf’s europäische Bankensystem.
    Die Gesetze machen sie selbst.
    Und die Strafhöhe kennt keine Grenzen nach oben.

    Im Hinblick auf die kommende Verurteilung der französischen BNP könnte die Begründung nicht grotesker sein: Die Bank selbst sagt, dass sie keine EU- oder Uno-Gesetze gebrochen hat.

    Washington behauptet:
    Weil die fragwürdigen Deals in Dollar abgewickelt wurden und angeblich auch von US-Dollarkonten stammten, gelte die US-Jurisdiktion.

    Im Klartext:

    Für jeden, der weltweit Geschäfte in Dollar macht, gelten die Gesetze der USA - weil Dollar eine US-Währung ist.

    So hat die BNP in der Interpretation von US-Strafvervolgern US-Recht gebrochen, weil US-Sanktionen nicht beachtet wurden und weil die Geschäfte in Dollar abgewickelt wurden.
    Schöne neue US-Welt!

    Der Fall CS

    Vergangene Woche musste sich die Credit Suisse schuldig bekennen, Steuersünder unterstützt zu haben. Strafe: 2,8 Mrd. Dollar!

    Doch die CS war erst der Anfang. Als nächstes folgt die französische BNP.
    Hier steht eine Strafe von 10 Mrd. Dollar im Raum.

    Auch die Deutsche Bank ist demnächst dran. Was das alles für Folgen haben wird, kann man sich leicht ausmalen.

    Selbstherrlich bestimmt Washington allein, wer auf die Anklagebank kommt.

    Wie lange lassen wir uns das noch von Washington gefallen?

    Ist Deutschland von den USA besetzt?

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