Börse Ungarn
Orbán regiert jetzt die Budapester Börse

Die Wiener Börse verkauft ihre Anteile am ungarischen Wertpapierhandel. Das ist ein finanzpolitischer Sieg für Vikor Orbán und seine Regierung. Sie schnappen sich den Mehrheitsanteil der Börse.

BudapestUngarns Premier Viktor Orbán kann sich freuen. Der rechtspopulistische Ministerpräsident ist seinem Ziel, einer Renationalisierung des ungarischen Finanzmarktes, wieder ein Stück näher gekommen. Denn die Wiener Börse will ihre Anteile am Budapester Wertpapierhandel abstoßen. Künftig hat dort die ungarische Nationalbank das Sagen.

Die Holding der Wiener Börse verkauft zusammen mit der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) ihren Mehrheitsanteil an der Börse in der ungarischen Hauptstadt. Die ungarische Nationalbank übernimmt nach Unternehmensangaben den österreichischen Anteil von 68,8 Prozent. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

In ungarischen Medien wurde über einen Kaufpreis von knapp 42 Millionen Euro spekuliert. Bislang hatte die ungarische Nationalbank nur eine Beteiligung von 6,95 Prozent an der Budapester Börse. Das durchschnittliche Handelsvolumen der ungarischen Börse im Monat beträgt 1,2 Milliarden Euro.

Die Transaktion, die schon vor Tagen in den ungarischen Medien durchgesickert ist, soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Noch müssen jedoch die ungarischen Wettbewerbsbehörden die Übernahme prüfen.

Für die ungarische Regierung unter ihrem rechtspopulistischen Premier Viktor Orbán ist die Transaktion indes ein politischer Erfolg. Denn die Regierung betreibt eine Renationalisierung des ungarischen Finanzmarktes. Orbán hat in den vergangenen Jahren sukzessive den Einfluss des Staates auf den Finanzmarkt gestärkt. So übernahm er in der Vergangenheit von der Bayerischen Landesbank das Geldinstitut MKB.

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