Börsen-Fusion
NYSE-Chef Niederauer legt sich mit Schäuble an

Die New Yorker Börse schießt gegen Finanzminister Schäuble: Dem Fusionspartner der Deutschen Börse geht die geplante Finanztransaktionssteuer gegen den Strich. Im Hinblick auf die Fusion ein Spiel mit dem Feuer.
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New YorkDie von der EU geplante Finanztransaktionssteuer ist Duncan Niederauer ein Dorn im Auge. Der Chef der New York Stock Exchange (NYSE) droht kaum verklausuliert mit drastischen Gegenmaßnahmen, wenn sie wirklich kommt. “Kapital ist nicht patriotisch und die Märkte sind in der Tat global und können einfach über Grenzen fließen”, sagte er am Donnerstag bei Vorstellung der Quartalszahlen der Nyse in New York.

Zuvor hatte der Chef der US-Derivatebörse ICE, Jeffrey Sprecher, offen damit gedroht, seine britische Tochterbörse aus London abzuziehen und außerhalb der Grenzen der EU anzusiedeln, sollte die Steuer eingeführt werden. Es sei nicht naturgegeben, dass man in London ansässig sei, und das könne sich ändern, wenn sich die Markbedingungen ändern würden, sagte Sprecher. Als Niederauer am Donnerstag von einem Analysten darauf angesprochen wurde, ob er das ähnlich sehe, sagte er: “Ich stimme dem in großen Teilen zu”.

Experten nahmen die Äußerungen von Niederauer und Sprecher ernst. “Ich würde das nicht als leere Worte abtun, das sind realistische Drohungen”, sagte Sang Lee, Geschäftsführer der Bostoner Beratungsfirma Aite Group der Nachrichtenagentur Reuters.  Ein Sprecher der NYSE versuchte den Aussagen die Schärfe zu nehmen und betonte, Niederauer habe sich nur allgemein zur Wettbewerbssituation geäußert. Ein Sprecher der Deutschen Börse wollte sich dazu nicht äußern.

Die Finanztransaktions- oder Börsensteuer soll nach dem Willen von Finanzminister Schäuble bei jedem Kauf- oder Verkauf an der Börse erhoben werden. Er verteuert das Geschäft für die Beteiligten. Kritiker befürchten, Marktteilnehmer könnten ihre Geschäfte dann außerhalb Europas abwickeln.

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Spannende Entscheidung

Kommentare zu " Börsen-Fusion: NYSE-Chef Niederauer legt sich mit Schäuble an"

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  • Wer ist denn dieser kleine, dumme Rollstuhlfahrer schon ?
    Ich bin froh, dass Niederauer diesen europäischen Umverteiler mal in die Schranken weist.
    "Schließlich ist Schäuble in dieser Sache einer der in Brüssel einflussreichsten deutschen Politiker" ...
    na und ? Was hat denn dieses pleite Brüssel finanzglobal schon zu melden ?
    Nichts.
    Und politisch demnächst hoffentlich auch nichts mehr.

  • Das Problem der europäischen Wettbewerbsbehörden sind nicht die Finanztransaktionssteuern, sondern die Monopolstellung der Deutschen-Börse-NYSE im Bereich Derivatehandel.
    Wenn Herr Niederauer jetzt für die Zocker (High-Frequency-Trader - Flash-Crash) kämpft und Herrn Schäuble angreift, hat es sich den Richtigen ausgesucht.
    Wenn dieser Zockerhandel sich weiter ausdehnen sollte, wäre das der Tod der Börse. Das große Kapital würde sich zurückziehen, und nur noch einige Daytrader würden zurückbleiben.

  • Aus meiner Sicht führt die aushwählbare Infografik zu den Handelsvolumen der Börse zur Verwirrung. Das Zeitalter der traditionell "Börse" ist vorbei. Mittlerweile sollten die Medien von Handelsplätzen sprechen - dies wäre wesentlich professioneller. Die Marktfragmentierung (z.B. Quelle Fidessa) zeigt deutlich, das unter den Top 10 der Handelsplätze weltweit weniger Börsen eine Rolle spielen als MTFs (multilateral trading facilities). Diese Handelsplätz (CHI-X, BATS, ...) nehmen schon jetzt den Börsen ehebliche Volumina ab. Die Regulierung an dieser Plattformen geht gegen Null. Die Bedenken der NYSE-Führung sind aus meiner Sicht deutlich gerechtfertigt.

    Eine wichtige Erkenntnis - die Politik war wieder einaml zu langsam - sollte es tatsächlich noch zur Einführung einer "BÖRSENumsatzsteuer" kommen, dann werden die Investmentbank innerhalb von weinigen Tagen ihre Orders über die MTFs ausführen und die Börsen werden noch mehr an Einfluß verlieren.

    Stellt sich die Frage wem damit geholfen wäre - Hern Schäuble mit Sicherheit nicht!

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