Börsengang oder Verkauf?: Zweigleisig zur Trennung

Börsengang oder Verkauf?
Zweigleisig zur Trennung

„Dual Track“ nennt sich das Verfahren, das sich in den vergangenen Jahren auch in Deutschland bei Unternehmensverkäufen etabliert hat: Eigentümer und die beratenden Investmentbanken treiben parallel Börsengang und Komplettverkauf voran und entscheiden im Idealfall erst ganz am Ende des Prozesses, für welche Option sie sich entscheiden.

FRANKFURT „Das bedeutet zwar mehr Aufwand, kann aber helfen, den Kaufpreis zu maximieren“, meint Karl Altenburg von JP Morgan. Durch die gleichzeitige Ansprache unterschiedlicher Anlegergruppen steige der Wettbewerbsdruck – und damit im Idealfall auch der erzielbare Erlös.

Außerdem wachse durch das Dual-Track-Verfahren die Wahrscheinlichkeit, die Transaktion zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, betont Anwalt Herbert Harrer von der Kanzlei Linklaters. Sowohl der Banker als auch der Jurist gehen deshalb davon aus, dass auch in den kommenden Monaten viele Verkaufsprozesse zweigleisig laufen werden.

Gerade trennt sich VW von seiner Mietwagentochter Europcar. Der Autobauer verhandelt derzeit mit mehreren Konsortien über einen Komplettverkauf von Europcar. Gleichzeitig laufen aber auch die Vorbereitungen für eine Aktienplatzierung an der Pariser Börse auf Hochtouren. Das Beispiel Europcar zeigt, dass die zweigleisige Methode längst zum Standardrepertoire gehört. Der Armaturenhersteller Grohe, die Werkstattkette ATU, der Immobiliengesellschaft Viterra, der Raststättenbetreiber Tank & Rast und die Heimwerkerkette Praktiker verfolgten allesamt mehr oder weniger ernsthaft das Dual-Track-Verfahren.

Die Sache hat nur einen Haken: Die Ergebnisse fielen am Ende recht eingleisig aus. Bis auf die Heimwerkerkette Praktiker im vergangenen Herbst wurden alle Kandidaten am Ende an Finanzinvestoren verkauft.

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