Bonitätsanleihen
Bafin zieht Verbot zurück

Die Finanzaufsicht Bafin verzichtet auf ein Verbot von Bonitätsanleihen – vorerst. Der Grund: Die Finanzwirtschaft hat sich verpflichtet, den Verbraucher bei diesen Produkten besser zu schützen.
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BerlinEnde Juli 2016 platzte die Bombe. Die Bafin kündigte an, die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf von Bonitätsanleihen an Privatkunden zu verbieten. Private Anleger könnten die Risiken dieser Anleihen nicht wirklich beurteilen, begründete die Finanzaufsicht ihr Vorgehen. Schon der Name sei irreführend. Bei Bonitätsanleihen wettet der Kunde mittels Zertifikaten auf die Bonität von Unternehmen und Staaten. Diese Produkte seien keine klassischen Zinspapiere. Der Verbraucher agiere eher wie ein Versicherungsgeber und wisse es nicht, rügte die Bafin.
In den vergangenen Monaten ist die Branche in sich gegangen. Nachdem der Zorn verraucht und ein juristisches Vorgehen verworfen wurde, haben sich die Kreditwirtschaft und der Deutsche Derivate Verband auf zehn Grundsätze verständigt, um die Sicherheit und Transparenz dieser Produkte zu erhöhen. Zentrale Kritikpunkte der Bafin werden damit adressiert. „Wir werden in den nächsten sechs Monaten sehr genau beobachten, ob die Selbstverpflichtung Privatanleger, die in diese Produkte investieren, in ausreichendem Maße schützt”, kündigte die oberste Wertpapieraufseherin der Bafin, Elisabeth Roegele, an. Erst einmal werde das geplante Verbot jedoch zurückgestellt.

Die Selbstverpflichtung der Branche sieht vor, dass künftig nicht mehr von „Bonitätsanleihen“ gesprochen wird, sondern von „bonitätsabhängigen Schuldverschreibungen“. Diese sollen künftig nur noch mit einer Mindeststückelung von 10.000 Euro emittiert werden, um „Lieschen Müller“ von einem Engagement abzuhalten. Ferner verpflichten sich die Kreditinstitute diese Produkte nicht mehr an Kunden zu verkaufen, die bei der Anlageberatung die beiden geringsten Risikobereitschaftsklassen aufweisen. Die Anlageberater sind weiter gefordert. Beim Vertrieb der bonitätsabhängigen Schuldverschreibungen sollen die Berater Kenntnisse und Erfahrungen der Kunden im Umgang mit diesen Produkten eruieren. Ferner sollen dem Kunden klar gemacht werden, welche Kreditereignisse bezogen auf den Referenzschuldner zu einem Verlust der Zinszahlung führen können.

Die Finanzbranche verpflichtet sich zudem, nur noch Schuldverschreibungen mit festem Zins zu emittieren. Ferner muss der Referenzschuldner umfangreichen gesetzlichen Publizitätspflichten unterliegen und die Bonität im Investment Grade liegen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass der Schuldner seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Die Empfehlungen sollen zum 1.1.2017 umgesetzt werden.

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Verbraucherschützer sind enttäuscht

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  • Nachvollziehbar !
    Müsste die Bafin auch gegen LOTTO-Scheine sein.
    Wo doch "Bankprodukte" das wert haltigste überhaupt sind um ein paar Naiven die Kohle abzunehmen.

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