Bonusstreit
Commerzbank geht gegen Londoner Urteil an

Die Commerzbank wehrt sich gegen ein Urteil, das sie zur Zahlung von rund 50 Millionen Euro verdonnert. Ehemalige Investmentbanker der Dresdner Kleinwort fordern ihre Boni ein.
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Frankfurt/MainDie Commerzbank wehrt sich weiter gegen eine Nachzahlung von Millionen-Boni für ehemalige Investmentbanker der 2008 gekauften Dresdner Bank. „Die Commerzbank hat heute direkt beim Berufungsgericht die Zulassung der Berufung gegen das Londoner Bonus-Urteil beantragt“, erklärte eine Sprecherin des Frankfurter Dax-Konzerns am Mittwoch auf Anfrage. „Wir halten das erstinstanzliche Urteil des UK High Courts für falsch.“

Das Londoner Gericht hatte Anfang Mai nach einem monatelangen Prozess entschieden, die Commerzbank müsse an die ehemaligen Banker der Dresdner Kleinwort insgesamt rund 50 Millionen Euro ausschütten. Vor der Übernahme durch die Commerzbank hatte der damalige Dresdner-Kleinwort-Chef Stefan Jentzsch seinen Investmentbankern im August 2008 einen Bonus-Pool von 400 Millionen Euro versprochen.

Die Juristen streiten, ob dies rechtlich bindend war. Der Londoner Richter kam zu dem Schluss, dass die Kläger - 104 ehemalige Dresdner-Kleinwort-Beschäftigte - ein Anrecht auf Auszahlung haben.

Die Sprecherin der Commerzbank bekräftigte am Mittwoch: „Die Bank ist weiterhin davon überzeugt, dass keine vertraglich bindende Zusage vorlag, dass die mitgeteilten Bonusbeträge vorläufig waren und dass es wegen der herben Verluste von 6,5 Milliarden Euro der Dresdner Kleinwort im Geschäftsjahr 2008 richtig und verantwortungsvoll war, die Boni zu kürzen.“ Nach früheren Angaben der Klägerseite geht es je Mitarbeiter um Beträge zwischen 15.000 und 2 Millionen Euro.

Auch vor deutschen Gerichten hatte es Streit um die Boni gegeben. Hier waren die Kläger drei Mal in Berufung gegangen und hatten immer wieder verloren. Letztinstanzlich gab das Bundesarbeitsgericht im Oktober 2011 der Commerzbank Recht und wies Klagen von ehemaligen Dresdner-Kleinwort-Mitarbeitern mit Arbeitsverträgen nach deutschem Recht ab.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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