Bonuszahlungen
Commerzbank-Manager machen Boni zu Geld

Im Vorjahr hatte die Commerzbank vielen Führungskräften Bonuszahlungen in Form von Aktien geleistet. Jetzt kommt ein Großteil der Papiere auf den Markt und wird als Mini-Kapitalerhöhung am Markt platziert.
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FrankfurtEine 163 Millionen Euro schwere Platzierung von Bonus-Aktien von Commerzbank -Führungskräften hat die ohnehin gebeutelten Papiere der zweitgrößten Bank in Deutschland am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Die Bank warf 128,3 Millionen Aktien, die sie statt Bar-Vergütungen an die Manager ausgegeben hatte, mit Hilfe der Deutschen Bank zu je 1,27 Euro - einem Abschlag von 6,3 Prozent zum Mittwochs-Schlusskurs - auf den Markt. "Die Nachfrage war so hoch, dass das Buch mehrfach überzeichnet war", sagte ein Sprecher in Frankfurt. Prompt fielen die Commerzbank-Aktien auf den Ausgabepreis von 1,27 Euro und kamen damit weit stärker unter Druck als andere Bank-Aktien.

Damit hat ein Großteil der Manager seine Aktienboni für das vergangene Jahr gleich wieder zu Geld gemacht. 90 Prozent von ihnen waren der Aufforderung des Vorstands nachgekommen, sich die variablen Vergütungs-Bestandteile in Commerzbank-Aktien statt in bar auszahlen zu lassen, um die klammen Kassen zu schonen. Mit der Kapitalerhöhung für die Boni erhöht die Bank ihr Kapital um 218 Millionen Euro - eine Bar-Auszahlung hätte dagegen ihre Gewinnrücklagen geschmälert.

Dieser Schachzug sollte es der Bank erleichtern, die verschärften Kapitalanforderungen der EU-Bankenaufsicht EBA zu erfüllen, die eine Lücke von rund 5,3 Milliarden Euro bei der Commerzbank ermittelt hatte. Doch das Loch hätte sie letztlich auch ohne das Zugeständnis gestopft. "Aber in Zeiten wie diesen kann eine Bank - salopp formuliert - gar nicht genug Kapital haben", sagte Personalchef Ulrich Sieber.

Weniger als 30 Prozent der Bonus-Empfänger wollten ihre neuen Aktien aber längerfristig behalten, obwohl diese nahe historischer Tiefststände notieren. Sieber äußerte in einem Interview im Commerzbank-Intranet Verständnis: Viele brauchten das Geld, um privaten Verpflichtungen nachzukommen, oder hätten nur Teile verkauft, um die darauf fälligen Steuern zu zahlen. Die Mitarbeiter im Ausland mussten die Aktien sogar aufgrund von Vorschriften verkaufen. Sieber sagte, er habe nicht erwartet, dass überhaupt so viele Führungskräfte auf die Bitte eingingen. "Vor allem aber haben die Mitarbeiter ein deutliches Signal der Verbundenheit gesetzt", sagte er.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Dass die Drogen konsumieren ist hinlänglich bekannt.
    Gehirn abgestellt? Sicher nicht, diese Gehirne sind
    auf kriminell geschult und werden in ihren kriminellen
    Handlungen von Politik und Justiz kräftig unterstützt.
    Jeder normale Staatsbürger würde bei solchem Verhalten
    sofort wegen Insolvenzverschleppung im Knast landen.

  • Was bei den (Bank-)Tarifangestellten das 13. (oder auch 13,5te) Monatsgehalt ist, ist bei den AT-Mitarbeitern der variable Vergütungsanteil (früher Boni genannt). Leider entsprach dieser Anteil in den letzten Jahren in der Regel nicht einmal mehr einem 13. Gehalt.
    In diesem Jahr wurde dieser Anteil bei der CoBa nun in Aktien ausgezahlt.
    Hierbei von Managervergütung zu sprechen, ist ein Witz...

  • wenn sie denken würden,die aktie hätte potenzial würden sie halten und nicht verkaufen,also wird verkauft,wer weiss wo sie morgen steht?

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