Booth: Reserven von American Re müssen nicht nochmals erhöht werden: Münchener Rück: Keine weitere Kapitalaufnahme

Booth: Reserven von American Re müssen nicht nochmals erhöht werden
Münchener Rück: Keine weitere Kapitalaufnahme

Nach der Ausgabe einer milliardenschweren Anleihe hat der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück derzeit keine weiteren Pläne, sich Geld zu verschaffen. Dies gilt auch für die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung, über die zuletzt häufig an den Märkten spekuliert worden war.

Reuters LONDON/MÜNCHEN. Nachdem der Konzern deutlich mehr als die zuvor geplanten drei Milliarden Euro eingenommen habe, habe sich die Wahrscheinlichkeit verringert, dass Investoren im Jahresverlauf nochmals angezapft werden müssten, sagte Vorstandsmitglied Clement Booth am Freitag. „Das (die erneute Aufnahme von Mitteln) rückt jetzt weiter in die Ferne.“

Die Münchener Rück hatte am Mittwoch eine vorzeitig kündbare, nachrangige Anleihe über drei Milliarden Euro begeben. Am Freitag kam noch ein zweiter Bond über 300 Millionen Pfund Sterling (rund 438 Millionen Euro) hinzu. Dieser übertraf das ursprünglich geplante Volumen um 50 Millionen Pfund, nachdem die Nachfrage höher als erwartet gewesen war.

Die Münchener Rück-Aktien lagen am Freitagabend 2,7 Prozent im Plus bei 72,10 Euro, der Deutsche Aktienindex Dax legte 1,4 Prozent zu.

Der Einbruch der Aktienmärkte hat auch bei der Münchener Rück zu massiven Abschreibungen der Wertpapierbestände geführt. Mit den Anleihen will der Rückversicherer seine angegriffene Kapitalbasis wieder stärken. Allerdings hatte es bis zuletzt trotz der erfolgreichen Anleihe-Platzierung Spekulationen gegeben, der Konzern könnte zusätzlich noch eine Kapitalerhöhung in Angriff nehmen.

Booth schloss diese Möglichkeit nicht grundsätzlich aus, fügte aber hinzu: „Es gibt keine Pläne für eine Kapitalerhöhung (...). Das steht nicht auf der Agenda.“ Die Münchener Rück habe bereits das Kapital, dass sie nach ihren eigenen Anforderungen benötige. Auch sei es nach der Begabe der Bonds nicht nötig, neue Aktien auszugeben, um das „AA“-Rating angesichts des höheren Schuldenstands beibehalten zu können. „Wir sind nicht in einer Situation, in der wir das als Konsequenz der Anleihen-Begabe tun müssten“, sagte Booth. Die Münchener Rück hoffe weiter auf Stabilität auf den Aktienmärkten im laufenden Jahr. Dies würde weitere Kapitalaufnahmen unnötig machen.

Die von der Münchener Rück am Freitag begebene nachrangige, vorzeitig kündbare Sterling-Anleihe über 300 Millionen Pfund hat nach Angaben der Konsortialbanken eine Laufzeit bis zum 21. Juni 2028. Sie wird mit nominal 7,625 Prozent (Kupon) verzinst und liegt 295 Basispunkte über der britischen Staatsanleihe mit Laufzeit bis Dezember 2015. Das Konsortium besteht aus Deutscher Bank und UBS Warburg.

Booth widersprach Vermutungen, der Konzern müsste die Reserven seiner US-Tocher American Re nochmals erhöhen, nachdem bereits im Vorjahr zwei Milliarden Euro zugeschossen worden waren. „Die Reserven sind in einem guten Zustand, sie wurden gerade erste bewertet“, sagte er. Zwar könne man nicht ausschließen, dass sich hier eine Veränderung ergebe, aber derzeit sei die Situation gut. Auch die US-Behörden hätten die Kapitalstärke von American Re erst kürzlich geprüft und bestätigt. „Wir sehen hier kein Problem. Wenn die Aufsicht zufrieden ist, sind wir es auch“. Die Münchener Rück gehe davon aus, „für eine sehr lange Zeit“ kein Kapital mehr zuschießen zu müssen.

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