Branche verlangt weitere Staatshilfe – Finanzminister Snow fordert private Lösungsansätze US-Regierung streitet mit Versicherern über Terrorschutz

Die jüngsten Terroranschläge in London geben der Debatte um eine Verlängerung der auslaufende Staatshilfe für Terrorversicherungen in den USA neue Dringlichkeit. „Die Attentate sollten jedem klar machen, dass die Uhr tickt und ähnliches auch in den USA erneut passieren kann“, sagt Robert Hartwig, Chefvolkswirt des Instituts für Versicherungsinformationen, einer Einrichtung der US-Versicherungsbranche.

tmo NEW YORK.Die Bundesregierung hatte nach den Londoner Anschlägen die staatlichen Zusagen für den Terrorversicherer Extremus in Deutschland verlängert.

Am 26. November läuft in den USA das „Gesetz über die Versicherung von Terrorrisiken“ (Terrorism Risk Insurance Act, TRIA) aus. Die Versicherer fordern eine Verlängerung der Staatshilfe, während US-Finanzminister John Snow sich dagegen sträubt.

Das Gesetz entstand nach den Anschlägen im September 2001, um den damals zusammengebrochenen Markt für Terrorversicherungen zu beleben. Die parallelen Attentate auf das World Trade Center und das US-Verteidigungsministerium verursachten einen geschätzten Versicherungsschaden von 32,5 Mrd. Dollar – mit Abstand die höchste Summe in der Versicherungsgeschichte.

Laut Versicherungsbranche stellt Terror ein so großes und kaum kalkulierbares Schadensrisiko dar, dass die Privatwirtschaft allein keine ausreichende Deckung zu bezahlbaren Prämien bereitstellen kann. Deshalb müsse die US-Regierung auch zukünftig helfen. „Die weltweite Versicherungsbranche hat nicht genug Kapazitäten, um alle Risiken zu übernehmen, die bislang der US-Staat trägt“, sagt Hartwig.

Dagegen kritisiert US-Finanzminister John Snow TRIA in einer aktuellen Studie scharf. „Unserer Ansicht nach droht eine Verlängerung des Programms in seiner heutigen Form, private Lösungsansätze zu verdrängen und die weitere Entwicklung des Versicherungsmarktes zu behindern“, schreibt Snow.

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