Brandis, Causeway, Dodge & Cox
Deutsche Bank sucht nach neuen Investoren

„Wir haben noch einiges vor“: Deutsche-Bank-Chef John Cryan sucht neue Investoren für Deutschlands größtes Geldhaus. Dabei wendet er sich vor allem an wertorientierte Großanleger wie Brandis. Doch die zögern.

FrankfurtDas Topmanagement der Deutschen Bank versucht nach dem Aktienkursverfall in den vergangenen Monaten neue Investoren anzulocken. Co-Vorstandschef John Cryan hat während einer Reise nach Kalifornien im April Gespräche mit US-Großanlegern wie Brandis, Causeway und Dodge & Cox geführt, um sie zu einem Einstieg zu überreden. Das berichtet das Handelsblatt in seiner Freitagsausgabe.

So genannte „Value“-Investoren wie Brandis legen ihr Geld unter anderem in Unternehmen an, bei denen sie nach einer Krise oder während einer Sanierung eine Trendwende vermuten. Bei der Deutschen Bank zögern die von Cryan angesprochenen Investoren allerdings noch, weil sie vor einem Einstieg erst die großen Rechtsstreitigkeiten des Geldhauses beendet sehen wollen.

Derweil dementierte Cryan gegenüber dem Handelsblatt jüngste Gerüchte, er habe sich mit Aufsichtsratschef Paul Achleitner überworfen. „Das ist kompletter Nonsens“, sagt Cryan über den angeblichen Zwist. „Wir sprechen mindestens zwei Stunden in der Woche und ich wünschte, es wäre mehr.“

Cryan legte sich auch darauf fest, dass er seinen bis ins Jahr 2020 laufenden Vertrag erfüllen will. „Fünf Jahre auf jeden Fall,“ sagt er. „Wir haben schließlich bis 2020 noch einiges vor.“ Nach der Hauptversammlung am 19. Mai wird der Brite die Bank als alleiniger Vorstandschef führen. Sein bisheriger Co-Chef Jürgen Fitschen wird aus dem Amt ausscheiden, der Bank aber in einer Teilzeit-Rolle erhalten bleiben.

Daniel Schäfer ist Ressortleiter Finanzen.
Daniel Schäfer
Handelsblatt / Leiter Finanzzeitung
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