Bremer Landesbank
NordLB übernimmt in Bremen das Ruder

Das Fingerhakeln um die Zukunft der Bremer Landesbank ist beendet. Der NordLB gehören alle Anteile, das Land Bremen erhält einen dreistelligen Millionenbetrag. Und es werden personelle Konsequenzen gezogen.

BerlinDas Schicksal der Bremer Landesbank ist besiegelt. Die wegen hoher Risikovorsorge auf Schiffskredite in Bedrängnis geratene Landesbank wird vollständig im Mutterkonzern NordLB aufgehen. Für seinen Anteil von gut 41 Prozent erhält das Land Bremen 262 Millionen Euro. Darauf verständigten sich die Träger der Landesbank am späten Mittwochabend.

Mit dem vollständigen Übergang der Bremer Landesbank sind auch personelle Konsequenzen verbunden. Offensichtlich drängte der Mehrheitseigner auf einen Neuanfang. Vorstandschef Stephan-Andreas Kaulvers und sein Vize Heinrich Engelken stellen ihre Posten zur Verfügung. Das stieß prompt auf Kritik bei den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat der Bremer Landesbank. „Aus meiner Sicht hätte es keinen Grund für die Beendigung der Verträge gegeben“, sagte Jörg Walde, Vorsitzender des Gesamtpersonalrates.

Die jetzt gefundene Lösung deutete sich schon vor Wochen an. Nachdem Kapitalspritzen von vornherein ausgeschlossen wurden, bot sich als Alternative eine Beteiligung des Landes Bremen an der NordLB an. Doch das hätte möglicherweise wieder die Brüssel EU-Kommission auf den Plan gerufen. Untersuchungen wegen möglicher Beihilfetatbestände wären die Folge gewesen.

Das wollte der Aufsichtsratschef der NordLB, Peter-Jürgen Schneider, in Personalunion Finanzminister von Niedersachsen, auf jeden Fall vermeiden. Damit war diese Alternative vom Tisch. Nun ist die NordLB mit seinem Mehrheitseigner, dem Land Niedersachsen, bemüht, die Wogen zu glätten. „Die Bank bleibt mit eigener Identität, eigenem Namen und eigenem Auftritt erhalten.", heißt es in der Trägererklärung. Auch der Standort Oldenburg soll erhalten bleiben.

Wie ernst die Lage bei der Bremer Landesbank ist, belegen die Halbjahreszahlen. Das erste Halbjahr wurde mit einem Vorsteuerverlust von 384 Millionen Euro abgeschlossen. Maßgeblich bedingt ist das durch eine hohe Risikovorsorge auf ausfallgefährdete Schiffskredite in Höhe von 449 Millionen Euro. Eine Besserung der Lage auf den Schiffsmärkten ist nicht in Sicht. Trotz dieser Belastungen ist es der Landesbank gelungen, die harte Kernkapitalquote bei stabil elf Prozent zu halten. Im zweiten Halbjahr wär das der Bremer Landesbank aus eigener Kraft nicht gelungen.

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