Bremer Landesbank und HSH Nordbank
Die Krise des Nordens

Die Landesbank der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg, die HSH Nordbank, stoppt für mehrere Jahre Zinszahlungen an manche Geldgeber. Auch in Bremen geht die Krise der kleinen Landesbank weiter.

HamburgDie Krise der Nordlandesbanken wird immer sichtbarer: Die HSH Nordbank verschiebt Kuponzahlungen auf stille Einlagen und Genussrechtskapital. Damit sei voraussichtlich erst wieder 2020 für das Geschäftsjahr 2019 zu rechnen, teilte das Institut am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Die Verzögerung betrage damit ein Jahr. Hintergrund sei der von der EU-Kommission genehmigte Umbau des Geldhauses, der eine Einmalzahlung von 260 Millionen Euro in eine neue „Bad Bank“ vorsieht.

Nach dem Abschluss des EU-Verfahrens und der bevorstehenden Übertragung von faulen Krediten an ihre Haupteigner bereitet die HSH Nordbank ihren Verkauf vor. „Nach einem deutlich positiven Geschäftsjahr haben wir eine gute Basis dafür, den bevorstehenden Eigentümerwechsel mit alle seinen Herausforderungen zu gestalten“, sagte der scheidende Vorstandschef Constantin von Oesterreich am Donnerstag bei der Präsentation der Bilanz 2015. In dem Zahlenwerk hinterließen die monatelangen Debatten zwischen der EU-Kommission und den Eignern über die Zukunft des Geldhauses Spuren. Das Neugeschäft schrumpfte auf 8,8 Milliarden Euro von 9,5 Milliarden im Vorjahr.

Der Reingewinn kletterte dank Sondereffekten auf 450 Millionen Euro, fast zwei Drittel mehr als im Jahr davor. 90 Prozent steuerte die Kernbank bei, die verkauft werden soll. Als Grund für das hohe Gewinnplus nannte die HSH Nordbank die Auflösung von Rückstellungen, die die Bank für künftige Garantiegebühren gebildet hatte. Zugleich hätten weitere Abschreibungen wegen der Schifffahrtskrise auf das für den Verkauf vorgesehene Altportfolio von bis zu 8,2 Milliarden Euro das Ergebnis belastet.

Vorgesehen ist, dass die HSH, die wie keine andere deutsche Bank unter der Krise in der Schifffahrt leidet, zunächst faule Kredite mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro in eine Zweckgesellschaft der Länder auslagern. Anschließend sollen weitere Portfolien von 3,2 Milliarden Euro am Markt verkauft werden. Die HSH-Eigner Hamburg und Schleswig-Holstein hatten mit der EU-Kommission den Umbau der HSH Nordbank vereinbart. Sie soll zunächst von Altlasten befreit und anschließend privatisiert werden. Dafür gibt die EU den beiden Ländern bis 2018 Zeit. Gelingt der Verkauf nicht, muss das Institut mit mehr als 2000 Beschäftigten abgewickelt werden.

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