Brexit-Folgen Auslandsbanken fordern mehr Rechtssicherheit

Der anstehende EU-Austritt der Briten sorgt für Verunsicherung: Die Auslandsbanken in Deutschland warnen vor Verwerfungen, wenn nicht bald Klarheit über die Brexit-Bedingungen herrscht. Die Liste der Fragen wächst.
Update: 14.03.2017 - 14:30 Uhr Kommentieren
Bundesbank und Bafin zählen bundesweit 240 Auslandsbanken, die meisten – Ende 2016 waren es 156 – haben ihren Sitz am Finanzplatz Frankfurt. Quelle: dpa
Skyline von Frankfurt

Bundesbank und Bafin zählen bundesweit 240 Auslandsbanken, die meisten – Ende 2016 waren es 156 – haben ihren Sitz am Finanzplatz Frankfurt.

(Foto: dpa)

FrankfurtWenigstens eine Sache sei klar, sagt Stefan Winter, der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Auslandsbanken in Deutschland (VAB): „Wir wissen jetzt, dass die Uhr für den Brexit ab Ende des Monats läuft.“ Doch wie es dann weitergehen soll, darüber rätseln der UBS-Manager und die anderen Vertreter ausländischer Banken in Deutschland.

Der bevorstehende Austritt der Briten aus der Europäischen Union lässt die Banker ratlos zurück. Sie warnen vor großen Verwerfungen, wenn nicht bald Klarheit über die Bedingungen des Ausscheidens herrscht. Die Banken müssen die Regeln der Aufsicht einhalten, wissen aber noch gar nicht, welche Regeln für sie gelten werden. Alles hängt an einer Frage: „Wie hart wird der Brexit sein?“, sagt UBS-Manager Winter. „Solange wir das nicht wissen, wissen wir auch nicht, welche Geschäfte wir an andere Standorte verlagern müssen.“

Verlässt Großbritannien wie angekündigt den EU-Binnenmarkt, hätten in London angesiedelte Banken ein Problem: Sie benötigen für Dienstleistungen wie Einlagen- und Kreditgeschäft in der Europäischen Union rechtlich selbstständige Tochterbanken mit Sitz in einem EU-Staat - etwa eine Banklizenz in Deutschland. Doch nicht nur Frankfurt buhlt um Banker aus Großbritannien. Auch Paris, Luxemburg oder Dublin mischen kräftig mit.

Verbandschef Winter warnte vor einem Wettbewerb um die laxesten Regeln. „Wir meinen nicht, dass Harmonisierung bis in das kleinste Jota für alle Banken zu erfolgen hat“, sagte Winter. Aber gerade für international tätige Institute müssten global abgestimmte Vorgaben gelten.

Welche Banken sich für Frankfurt entscheiden, das weiß auch der Verband der Auslandsbanken noch nicht. Aber etliche Banken haben schon bei der deutschen Finanzaufsicht Bafin vorgefühlt. „Wir wissen, dass Entscheidungen anstehen bei vielen Häusern, aber es ist noch keine Entscheidung getroffen“, sagte Winter. Interesse am Finanzplatz Deutschland beobachtet der Verband auch bei Banken aus Spanien, der Schweiz, Asien und dem Iran.

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