Britische Bank
Lloyds muss mehr Geld für Entschädigungen zurückstellen

Hohe Rückstellungen für Entschädigungszahlungen wegen unlauterer Beratungspraktiken belasten die Bilanz des teilverstaatlichten Geldhauses. Lloyds-Chef Antonio Horta-Osorio wagt nur einen verhaltenen Ausblick.
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Düsseldorf/LondonDie teilverstaatlichte britische Bank Lloyds hat weitere 375 Millionen Pfund für Entschädigungszahlungen wegen unlauterer Beratungspraktiken zurückgestellt. Eine gestiegene Zahl von Beschwerden im Februar und März hätten diesen Schritt notwendig gemacht, teilte die Bank am Dienstag mit.

Die Rückstellung belastete die Bilanz des Geldhauses: Im ersten Quartal betrug der Vorsteuergewinn 288 Millionen Pfund Sterling, im Quartal zuvor waren es noch 316 Millionen gewesen. Allerdings stellt der Überschuss eine deutliche Verbesserung zum Vorjahresquartal dar. Anfang 2011 schrieb Lloyds einen Verlust von 3,5 Milliarden Pfund.

Im vergangenen Jahr hatte Lloyds bereits 3,2 Milliarden Pfund Entschädigung an Kunden gezahlt, denen Restschuldversicherungen verkauft wurden, obwohl sie nach einer offiziellen Untersuchung nie Ansprüche auf Zahlungen gehabt hätten. Mit den Policen sichern Kreditnehmer sich gegen das Risiko ab, bei Krankheiten oder Arbeitslosigkeit die Raten nicht mehr zahlen zu können.

Für die Wirtschaftsentwicklung in Großbritannien gab Lloyds-Chef Antonio Horta-Osorio einen verhaltenen Ausblick. Eine Rückkehr des Wachstums erwarte er erst 2013. Die Arbeitslosigkeit werde mit neun Prozent Anfang kommenden Jahres ihren Höhepunkt erreichen. Der Weg zum Aufschwung sei „lang und schwierig“, sagte Horta-Osorio.

Schneller als erwartet kam die Bank mit dem Abbau der faulen Kredite voran. Diese konnten laut Lloyds um 36 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro reduziert werden. In der vergangenen Woche hatte Lloyds Verhandlungen mit der neu gegründete Bank NBNK Investments über den Verkauf von 632 Filialen in Aussicht gestellt.

Daneben werde weiterhin erwogen, das Filialnetz an die Börse zu bringen, sagte Horta-Osorio. Das Geldhaus muss die Filialen im Gegenzug für Staatshilfen in der Finanzkrise und auf Geheiß der europäischen Wettbewerbshüter abgeben.

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