Britische Bank
Lloyds tauscht Filialen gegen Staatshilfe

Die teilverstaatliche britische Bank Lloyds verkauft mehr als 600 Filialen an die Genossenschaftsbank Co-operative. Im Gegenzug sichert sich das Institut staatliche Hilfen. Noch muss die EU-Kommission den Deal absegnen.
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LondonDie britische Bank Lloyds verkauft im Gegenzug für staatliche Hilfen in der Finanzkrise mehr als 600 Filialen an das genossenschaftliche Institut Co-operative. Die teilverstaatlichte Bank erhält dafür bis zu 750 Millionen Pfund (rund 955 Millionen Euro) - 350 Millionen Pfund sofort und bis zu 400 Millionen Pfund abhängig von den Ergebnissen des verkauften Bank-Netzes bis 2027. Da die Filialen derzeit noch mit einem höheren Wert in der Bilanz von Lloyds stehen, droht dem Institut ein Buchverlust von 600 bis 700 Millionen Euro, sagte eine mit Vorgang vertraute Person am Donnerstag.

Der britische Staat war in der Finanzkrise 2008 bei Lloyds eingestiegen und hält seitdem rund 40 Prozent an dem Institut. Um Wettbewerbsverzerrungen durch die Unterstützung zu verhindern, muss Lloyds - ähnlich wie mehrere deutsche Landesbanken und die Commerzbank - auf Druck der EU Geschäfte abgeben. Die EU-Kommission müsse für den geplanten Verkauf noch grünes Licht geben, sagte ein Insider. Das Kredit-Portfolio, das die Bank zusammen mit den Filialen abgibt, sei kleiner als ursprünglich geplant.

Co-operative baut ihren Marktanteil im britischen Filial-Netz durch den Zukauf von knapp vier auf zehn Prozent aus und will Platzhirschen wie Lloyds, HSBC oder der Royal Bank of Scotland nun verstärkt Konkurrenz machen. „Die Menschen haben das Vertrauen in den Finanzsektor verloren“, sagte Co-operative-Chef Peter Marks. „Jetzt steht eine andere große Bank zur Verfügung, ein Herausforderer, dem die Menschen wirklich vertrauen können.“

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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