Britische Banken Barclays erwägt Fusion mit Standard Chartered

Barclays zeigt laut einem Bericht Interesse am britischen Konkurrenten Standard Chartered. Ein formelles Angebot steht noch aus.
Update: 23.05.2018 - 10:12 Uhr Kommentieren
Barclays denkt über Fusion mit Standard Chartered nach Quelle: dpa
Barclays-Geldautomaten

Die Überlegungen sind dem Bericht zufolge Teil eines größeren Plans des Vorstands, um dem Druck aktivistischer Investoren standzuhalten.

(Foto: dpa)

London/DüsseldorfAuf der Suche nach Übernahmekandidaten hat die britische Großbank Barclays offenbar Interesse am Konkurrenten Standard Chartered bekundet. Das berichtet die „Financial Times“ (FT).

Barclays-Chairman John McFarlane sei begeistert von der Idee des Zusammenschlusses mit Standard Chartered, berichteten demnach zwei mit der Sache vertraute Personen. Gerry Grimstone, der im Verwaltungsrat die internationalen Geschäfte überwacht, unterstütze McFarlane bei seinem Vorhaben.

Bislang seien keinerlei Angebote abgegeben worden, weder informell noch offiziell. Es habe eine private Unterhaltung zwischen einem Verwaltungsratsmitglied von Barclays und einem von Standard Chartered gegeben, um die potenziellen Vorteile eines solchen Deals zu besprechen. McFarlane habe „echte Affinität zu Standard Chartered“, sagte einer der Manager laut FT.

Die Überlegungen sind dem Bericht zufolge eine Reaktion auf den Druck des aktivistischen Investors Edward Bramson. Seit März ist der Gründer der Sherborne Investors mit 5,4 Prozent der größte Anteilseigner von Barclays. Laut FT will Bramson die Investmentbank beschneiden, damit Kapital an die Anleger zurückfließen kann. Barclays-Chef Jes Staley hatte sich mit Bramson kürzlich erstmals getroffen, um mehr über dessen Pläne zu erfahren. Bramson hat sich bislang nicht öffentlich geäußert.

Standard Chartered teilte mit, man äußere sich nicht zu solchen „Spekulationen“. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf zwei Barclays-Quellen, dass die Bank keinerlei Pläne habe, mit Rivalen zu fusionieren. An der Hongkonger Börse legten Standard-Chartered-Papiere am Mittwoch um vier Prozent zu. Das sind die größten Zuwächse seit fast einem Jahr.

Ein Zusammengehen mit Standard Chartered wäre eine Kehrtwende für Barclays. Die britische Bank hatte sich in den vergangenen Jahren aus mehreren Märkten in Asien zurückgezogen und das Afrika-Geschäft verkauft. Unter Staley konzentriert sich die Bank auf die Kernmärkte in den USA und Europa. Sein Vorbild ist JP Morgan Chase: Eine Bank mit einem starken Filialkundengeschäft im Heimatmarkt kombiniert mit einer globalen Investmentbank.

Standard Chartered hingegen ist stark in Asien und Afrika vertreten, durch einen Zusammenschluss würde Barclays wieder deutlich breiter aufgestellt. Offenbar hat McFarlane den Verkauf des Afrikageschäfts bis heute nicht verwunden.

Beobachter sehen eine mögliche Fusion mit Standard Chartered skeptisch. Eine Integration der beiden Banken wäre sehr komplex, schreibt Berenberg-Analyst Peter Richardson. Die Kapitalanforderungen wären sehr hoch. Er halte einen solchen Deal daher für unwahrscheinlich.

Neben Standard Chartered werden laut FT noch einige weitere Namen für eine potenzielle Fusion gehandelt, darunter die europäischen Rivalen Deutsche Bank und Credit Suisse.

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