Britische Banken Vorsteuergewinn steigt, Eigenkapitalrendite unter Vor-Krisenniveau

Die durchschnittliche Eigenkapitalrendite der fünf größten Banken Großbritanniens lag 2014 noch unterhalb des Werts des Finanzkrisenjahres 2009. Dabei konnten sie beim Vorsteuer-Jahresgewinn kräftig zulegen.
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Auch die Royal Bank of Scotland gehört zu den fünf größten Kreditinstituten Großbritanniens. Quelle: dpa
Die Royal Bank of Scotland

Auch die Royal Bank of Scotland gehört zu den fünf größten Kreditinstituten Großbritanniens.

(Foto: dpa)

LondonDie fünf größten Kreditinstitute des Landes - Royal Bank of Scotland Group Plc - Lloyds Banking Group Plc, HSBC Holdings Plc, Barclays Plc und Standard Chartered Plc - haben für 2014 beim Vorsteuer-Jahresgewinn insgesamt einen Anstieg von 62 Prozent vorgelegt, teilte KPMG am Dienstag in London mit. Die durchschnittliche Eigenkapitalrendite lag allerdings unterhalb des Werts von 2009.

„Die Banken sind in einer Übergangsphase, in der sie ihre Geschäftspläne anpassen, um dem sich ändernden regulatorischen Umfeld Rechnung zu tragen“, wurde Pamela McIntyre in der Mitteilung zitiert, die Leiterin der Abteilung Buchprüfung Banken. „Der langfristige Ausblick ist weiterhin ungewiss, aber unser Bericht zeigt, dass sich eindeutig ein Wandel abzeichnet.“

Die Tops und Flops in Europa
A man holds a tray of sardines in Costa Mesa
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Top 5: Stoxx Europe 600 Food & Beverage

Mit Sardinen und Zuchtlachsen verdient Marine Harvest ein Vermögen. Die Produkte vermarktet der norwegische Nahrungsmittelkonzern in Europa, Asien und Amerika. Im europäischen Branchenindex Stoxx 600 Food & Beverage konnte keine andere Aktie so viel zulegen. In den vergangenen zwölf Monaten stiegen die Papiere um 32,3 Prozent. Die gesamte Branche belegt hinsichtlich der Jahresperformance in Europa den fünften Platz.

Entwicklung (2014): + 11,2 Prozent
Stärkster Titel: Marine Harvest (+ 32,3 Prozent)
Schwächster Titel: C&C Group (- 26,6 Prozent)

Energiekonzern Eon
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Top 4: Stoxx Europe 600 Utilities

Die Versorger haben in Deutschland einen schweren Stand. Der jahrelange Investitionsstau macht sich allmählich immer deutlicher bemerkbar. Eon hat daher zu einem radikalen Schritt gegriffen. Der Düsseldorfer Energiekonzern spaltet seine Sparte der konventionellen Energien ab. An den Aktienmärkten taten sich die deutschen Versorger schwer. Eon konnte lediglich 5,8 Prozent zulegen, RWE musste ein Minus von 3,6 Prozent hinnehmen. Insgesamt schlug sich die Branche allerdings gar nicht mal so schlecht. 2014 stieg der Stoxx Europe 600 Utilities um 13,3 Prozent.

Entwicklung: + 13,3 Prozent
Stärkster Titel: Red Electrica (+ 55,3 Prozent)
Schwächster Titel: Drax (- 38,9 Prozent)

Pharmabranche sucht Rezepte für die Zukunft
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Top 3: Stoxx Europe 600 Heath Care

Für Stada war 2014 ein schwaches Jahr. Der im MDax gelistete Konzern gab in den vergangenen zwölf Monaten über 29 Prozent nach. Besser schlugen sich die Titel des britischen Arzneimittelherstellers HIKMA Pharmaceuticals. Die Aktien stiegen im selben Zeitraum um rund 73,2 Prozent. Ebenfalls stark präsentierten sich Fresenius und Fresenius Medical Care. Mit einem Plus von bis zu 19,6 Prozent entwickelten sie sich besser als der Brancheindex Stoxx Europe 600 Health Care

Entwicklung: + 18,2 Prozent
Stärkster Titel: HIKMA Pharmaceuticals (+ 73,2 Prozent)
Schwächster Titel: Stada (- 29,7 Prozent)

Flughafen Lübeck
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Top 2: Stoxx Europe 600 Travel & Leisure

Die Touristikbranche kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Bei Reisebüros, Hotels und Touristikkonzernen sprudeln die Gewinne. Auch bei den Fluggesellschaften sieht es gut aus. Ryanair konnte sich an die Spitze des Stoxx Europe 600 Travel & Leisure setzen. Insgesamt wuchs die Branche in Europa um knapp 20 Prozent.

Entwicklung: + 18,3 Prozent
Stärkster Titel: Ryanair (+ 57,6 Prozent)
Schwächster Titel: Ladbrokes (- 31,3 Prozent)

Gagfah Group - Zentrale
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Top 1: Stoxx Europe 600 Real Estate

In Zeiten niedriger Zinsen und schwankender Aktienmärkte werden Investitionen in Immobilien immer attraktiver. Der europäische Immobilienmarkt zeigt sich 2014 in einer guten Verfassung. Besonders deutsche Immobilientitel machten im vergangenen Jahr einen deutlichen Sprung nach oben. Im europäischen Branchenindex konnte sich Gagfah mit einem Plus von knapp 73 Prozent an die Spitze setzen. Deutsche Wohnen und LEG Immobilien gehören ebenfalls zu den stärksten Werten. Trotz der guten Branchenentwicklung warnen allerdings eine Experten vor zu viel Euphorie. Sie halten eine Überhitzung der Immobilienmärkte für möglich.

Entwicklung: + 20 Prozent
Stärkster Titel: Gagfah (+ 72,9 Prozent)
Schwächster Titel: Immofinanz (- 18,4 Prozent)

Es folgen die europäischen Branchenindizes mit der schwächsten Entwicklung in 2014

Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg
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Flop 5: Stoxx Europe 600 Industrial Goods & Services

In keinem anderen europäischen Branchenindex sind so viele deutsche Werte enthalten, wie im Stoxx 600 Industrial Goods & Services. Der Index gehörte 2014 hinsichtlich der Kursperformance zu den schwächsten aller Indizes. Die darin gelisteten deutschen Titel konnten allerdings überwiegend überzeugen. Besonders stark entwickelten sich Wirecard mit einem Plus von 26,9 Prozent und Thyssen-Krupp mit 20,2 Prozent. Weniger gut sah es hingegen bei Fraport und Leoni aus, die 11,7 beziehungsweise 9,1 Prozent nachgaben.

Entwicklung: - 1,9 Prozent
Stärkster Titel: Ashtead (+ 61,7 Prozent)
Schwächster Titel: Serco (- 58,2 Prozent)

EZB-Neubau in Frankfurt
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Flop 4: Stoxx Europe 600 Banks

Banken haben in Europa keinen besonders guten Ruf – wen verwundert das. Immer öfter werden diverse Finanzmanipulationen aufgedeckt, die Deutsche Bank, UBS & Co. in der Vergangenheit getätigt haben, um ihre Profite zu steigern. Die Vergehen bleiben nicht ungestraft. Zahlreiche Geldhäuser müssen sich vor Gericht verantworten und Strafen zahlen. Die drücken die Bilanzen und machen der Branche zu schaffen, auch der Deutschen. Die Deutsche Bank gab in den vergangenen zwölf Monaten 24,5 Prozent nach, die Commerzbank 6,2 Prozent.

Entwicklung: - 2,8 Prozent
Stärkster Titel: Intesa Sanpaolo (+ 35,3 Prozent)
Schwächster Titel: Banco Comercial Protugues (- 66,1 Prozent)

Der kombinierte Vorsteuergewinn der genannten Banken lag 2014 bei 20,6 Mrd. Pfund, verglichen mit 12,7 Mrd. Pfund im Jahr zuvor, schrieb KPMG. Die durchschnittliche Eigenkapitalrendite ermittelte KPMG bei 8 Prozent.

Hier lag die Vergleichszahl für 2009 bei 11,6 Prozent. Den Anteil der notleidenden Kredite am gesamtem Kreditvolumen gab KPMG mit 3,4 Prozent an. Das ist mehr als doppelt so viel wie die 1,6 Prozent, die vor der Krise in diese Kategorie fielen.


  • Bloomberg
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