Britische Großbank
Angeschlagene Barclays kappt 3700 Stellen

Die britische Großbank ringt mit Affären wie der Manipulation des Leitzinses Libor. Nun meldet das Institut auch noch einen hohen Verlust. Der neue Vorstandschef Jenkins streicht zudem Tausende Stellen.
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LondonDie skandalgeschüttelte britische Großbank Barclays streicht 3700 Stellen. Das gab Vorstandschef Antony Jenkins in London bekannt. 1900 der Stellenstreichungen entfallen auf das Filialgeschäft. 1800 Arbeitsplätze fallen im Investment-Banking weg. Gleichzeitig wird der Bonuspool für 2012 um 16 Prozent nach unten gefahren.

Barclays war in jüngster Zeit in eine Reihe von Bankenskandalen verwickelt, darunter die Manipulation des international bedeutenden Referenzzinssatzes Libor. Ferner wird untersucht, ob die Rettung der Bank in der Finanzkrise 2008 durch einen Staatsfonds aus Katar mit rechten Dingen abgelaufen ist.

Zudem rutschte die Bank mit weltweit rund 140.000 Beschäftigten im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr meldet das Geldhaus einen Verlust von 1,04 Milliarden Pfund (1,22 Milliarden Euro). Im Jahr 2011 hatte die Bank noch drei Milliarden Pfund Gewinn gemacht.

Nun wird das Kapitalmarktgeschäft zusammengestutzt, vor allem in Kontinentaleuropa und Asien. Stärken will Jenkins dagegen das klassische Privat- und Firmenkundengeschäft. Die Bank will sich künftig auf Großbritannien, die USA und Afrika konzentrieren. Der Umbau steht unter dem Motto „Kulturwandel“, den sich auch die Deutsche Bank verordnet hat: Windige Geschäfte sollen der Vergangenheit angehören. Das in der Krise verspielte Vertrauen soll zurückgewonnen werden.

Doch was gut klingt, wird in der Praxis lange dauern. Darüber macht sich auch Jenkins keine Illusionen, wie er dem BBC-Radio sagte: „Ich verstehe die Zyniker und die Skeptiker da draußen. Es wird Jahre dauern, bevor die Menschen ihre Meinung über uns ändern.“

Der bereinigte Vorsteuergewinn stieg im abgelaufenen Jahr um 26 Prozent auf knapp 7,05 Milliarden Pfund und lag damit leicht unter den durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Unbereinigt blieben vor Steuern nur 246 Millionen Pfund übrig.

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Neue Strategie mit Spannung erwartet

Kommentare zu " Britische Großbank: Angeschlagene Barclays kappt 3700 Stellen"

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  • Prima...dieses ganze Bankenbashing soll doch nur vom faulen System ablenken!!! Die Banken sind halt systemrelevant und dienen der Vermehrung des Geldes! DAS IST DIE KAPITALISTISCHE IDEOLOGIE MIT IHREM PERVERSEN GELDSYSTEM!!!

    Also Leute...haut euch die Köpfe ein. Der Verteilungskampf ist losgetreten!! Die Superreichen fliegen derweil mal schnell mit ihrem Privatjet zum Früstück nach Venedig, zum Mittag nach New York um dann in Haiti am Strand den Abend zu verbingen.

  • "Nun meldet das Institut auch noch einen hohen Verlust."
    Da muß es doch "gerettet" werden! Also direkte Rettung durch den ESM - wie die spanischen Banken!

    "Die skandalgeschüttelte britische Großbank Barclays streicht 3700 Stellen. Das gab Vorstandschef Antony Jenkins in London bekannt. 1900 der Stellenstreichungen entfallen auf das Filialgeschäft. 1800 Arbeitsplätze fallen im Investment-Banking weg. Gleichzeitig wird der Bonuspool für 2012 um 16 Prozent nach unten gefahren."

    Die sollten lieber 3.500 Stellen im Investment-Banking streichen.
    Boni gibt es nur, wenn die Bank Gewinne macht, und nicht bei Verlusten! Die müssen in diesem Falle komplett gestrichen werden. Ebenfalls sollten die Bezüge gekürzt werden.

  • Barclays hat zwar von den allgemeinen Bedingungen profitiert aber nicht direkt, es wurde im Gegensatz zu Goldman, RBS oder HypoReal, Landesbanken XYZ keine direkten Zahlungen benoetigt

    Die Skandale sind natuerlich ein trauerspiel, aber wie man sieht sind einige andere Banken auch involviert. Was aber auffaellt, es sind (fast) immer nur Trader die involviert sind, ob direkt oder als Fuehrungskraft (Daimond) - die klassische Unternehmensfinanzierung in den Investmentbanken hat gestern wie heute seine Darseinsberechtigung und wird von vielen deutschen Unternehmen genutzt.

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