Britische Großbank
HSBC-Gewinn fällt überraschend stark

Die britische Bank HSBC bekommt den Brexit und das schwache Wachstum auf seinen bedeutendsten Märkten zu spüren: Der Gewinn fiel im vergangenen Jahr überraschend deutlich um mehr als 60 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar.
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Der Finanzkonzern HSBC wird von Spätfolgen eines Zukaufs vor fast zwei Jahrzehnten eingeholt. Wegen Abschreibungen auf das europäische Privatkundengeschäft brach der Vorsteuergewinn im abgelaufenen Jahr um fast zwei Drittel ein. Mit 7,1 Milliarden Dollar verdienten die Briten nach Angaben vom Dienstag zudem gerade einmal halb so viel wie von Analysten vorhergesagt. Die Wertberichtigungen gehen auf einen Umbau einer Schweizer Problem-Tochter zurück. An der Börse kamen die Zahlen nicht gut an: Die HSBC-Aktien gaben um mehr als sechs Prozent nach und damit so viel wie seit dem Brexit-Votum vom Juni nicht mehr.

Insgesamt 3,2 Milliarden Dollar schrieben die Briten ab. Das habe vor allem mit den Folgen des Kaufs der Safra Republic Holding im Jahr 1999 zu tun, erklärte das Geldhaus. HSBC hatte die beiden von dem brasilianisch-libanesischen Milliardär Edmond Safra kontrollierten Institute Republic National Bank of New York und die Safra Republic Holdings für zehn Milliarden Dollar übernommen und daraus seine Schweizer Privatbank geschaffen. Doch in der Schweiz kam es zu umfangreichen Regelverstößen, was den Ruf der Briten schwer beschädigte. Als Reaktion darauf wurde das Geschäft radikal umgebaut. "Wir haben die Privatbank restrukturiert, und das liegt nun alles hinter uns", sagte HSBC-Chef Stuart Gulliver. Ein Verkauf stehe nicht an.

Auch der Verkauf der brasilianischen Tochter drückte auf das Ergebnis. HSBC hatte die Sparte 2015 für 5,2 Milliarden Dollar abgegeben. Die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen, habe bislang kaum Auswirkungen, sagte Gulliver. Die Bank halte dennoch an ihrer Entscheidung fest, nach dem Brexit 1000 Stellen von London nach Paris zu verlagern. Der Grund sei, dass diese Dienstleistungen nicht mehr legal von London aus angeboten werden dürften, wenn Großbritannien nicht mehr in der EU sei, erläuterte Gulliver. „Ich denke aber nicht, dass das ein Problem für London sein wird.“ Derzeit beschäftigt die Bank 43.000 Mitarbeiter in Großbritannien.

Traditionell ist HSBC zudem stark in Asien. Gulliver hat der Bank seit seinem Amtsantritt 2010 einen radikalen Umbau verordnet. Seither wurden mehr als 43.000 Stellen gestrichen und mehr als 80 Geschäftsbereiche verkauft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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