Britische Großbank
Lloyds steigert Vorsteuergewinn

Der Abbau von faulen Krediten zeigt Wirkung: Lloyds verbessert den Vorsteuergewinn im ersten Quartal um ein Fünftel. Bei den Anlegern kommt die Nachricht gut an, der Wert der Aktie steigt um mehr als drei Prozent.
  • 0

LondonDie britische Großbank Lloyds hat sich zu Jahresbeginn deutlich besser als ihre Rivalen Barclays und RBS geschlagen. Weil die Wirtschaft auf der Insel brummt und dadurch weniger Kredite platzen, stieg der Vorsteuergewinn im ersten Quartal um 21 Prozent auf 2,2 Milliarden Pfund (3,04 Milliarden Euro), wie das Institut am Freitag mitteilte. Anders als die Konkurrenz bildete Lloyds keine weiteren Rückstellungen für Altlasten. Bankchef Antonio Horta-Osorio rechnet nach der nächste Woche anstehenden Wahl in Großbritannien nicht mit größeren Folgen für die Finanzbranche oder die Wirtschaft des Landes.

Die Konjunktur laufe rund. Das werde sich zunächst nicht ändern, sagte Horta-Osorio. Dieses Jahr werde es zu einem Wachstum von 2,5 bis drei Prozent reichen. Lloyds profitiert davon als größte Filialbank des Landes. Die Vorsorge für Problemkredite reduzierte sich im Quartal um 59 Prozent auf 177 Millionen Pfund. Außerdem verdient das Geldhaus pro Kredit mehr als in der Vergangenheit. Die britische Notenbank teilte unterdessen mit, dass die Kreditvergabe an Privathaushalte im März so stark angezogen ist wie zuletzt vor der Finanzkrise. Bei Darlehen an Unternehmen habe es das größte Plus seit mindestens vier Jahren gegeben.

An der Börse kam die Lloyds-Bilanz gut an: Die Aktien verteuerten sich um mehr als sechs Prozent.

In der Finanzkrise 2008 musste Lloyds - wie viele andere Banken auch - staatlich gestützt werden, mit Steuergeldern in Höhe von 20 Milliarden Pfund. Dafür stieg die Regierung in London mit 41 Prozent ein. Inzwischen hat sie ihren Anteil aber halbiert. Weitere Verkäufe sind geplant - anders etwa als bei der ebenfalls teilverstaatlichten Royal Bank of Scotland (RBS). Angesichts der zuletzt wieder positiven Entwicklung kündigte Lloyds im Februar auch an, 2015 erstmals seit der Rettung wieder eine Dividende zahlen zu wollen.

Die stärker auf das Investmentbanking ausgerichteten Institute RBS und Barclays enttäuschten diese Woche mit ihren Bilanzen. RBS rutschte wegen hoher Sonderlasten in die roten Zahlen, unter anderem weil die Strafen wegen der mutmaßlichen Manipulation von Devisenkursen teurer als gedacht werden dürften. Unter dem Strich stand ein Verlust von 446 Millionen Pfund. Aus ähnlichen Gründen fiel der Barclays-Vorsteuergewinn um ein Viertel auf 1,3 Milliarden Pfund. Lloyds ist zwar auch in Skandale verwickelt, hat aber offenbar ausreichend Vorsorge dafür getroffen und musste nun die Rückstellungen nicht mehr erhöhen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Britische Großbank: Lloyds steigert Vorsteuergewinn"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%