Britische Notenbank
Schärfere Sanktionsmöglichkeiten gegen Banker

Britische Banker, die mit rücksichtslosem Handeln Schaden anrichten, müssen künftig mit härteren Strafen rechnen. So können durch neue Regelungen der Bank of England Boni bis zu sieben Jahre lang zurückgefordert werden.
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LondonDie britische Notenbank hat die Sanktionsmöglichkeiten gegen Banker verschärft. Künftig können Kreditinstitute von Angestellten, die mit rücksichtslosem Handeln einen Schaden angerichtet haben, ausgezahlte Boni noch bis zu sieben Jahre später zurückfordern, wie aus den Bestimmungen hervorgeht, die die Bank of England (BoE) am Mittwoch veröffentlichte. Bankern, die wegen Verfehlungen der Bank schuldig gesprochen werden, droht bisher schon eine Geldbuße oder sogar eine Gefängnisstrafe. Schon ausgezahlte Boni konnten die Institute bisher aber nicht zurückfordern.

Der rückwirkende Griff auf die bezahlten Extra-Gelder ist eine Antwort auf eine Reihe von Skandalen in britischen Banken, die seit der Finanzkrise ans Tageslicht gekommen waren. Derartige Vorfälle aufzuarbeiten und eine mögliche Strafe auszusprechen, dauert oft Jahre.

„Die Kombination aus klareren, individuellen Verantwortlichkeiten und größeren Anreizen zum Risikomanagement wird dazu führen, dass die einzelnen Akteure in den Banken eine größere Verantwortung für ihr Tun empfinden“, erläuterte der stellvertretende Vorsitzende der Bankenaufsicht bei der BoE, Andrew Bailey. Der britische Bankenverband kritisierte die Verschärfung. Sie sei schlecht für den Standort London als internationaler Bankenplatz. Der Chef der Barclays-Bank, Antony Jenkins, begrüßte indes die Regeln. „Ich würde sagen, grundsätzlich unterstütze ich die Idee, dass es dort, wo es Verfehlungen gibt, auch eine angemessene Strafe geben sollte“, erklärte Jenkins.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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