Bundesbank mit Gewinneinbruch Weidmann überweist Bund nur noch 400 Millionen Euro

Der Bund erhält von der Bundesbank deutlich weniger Geld als erwartet. Das ist vor allem auf erhöhte Rückstellungen für Zinsrisiken zurückzuführen. Der Gewinn der Notenbank fällt von 3,2 auf eine Milliarden Euro.
Update: 23.02.2017 - 11:11 Uhr 5 Kommentare
Der Präsident der Bundesbank hatte bereits vor Jahresfrist vor notwendigen Rückstellungen gewarnt. Quelle: dpa
Jens Weidmann

Der Präsident der Bundesbank hatte bereits vor Jahresfrist vor notwendigen Rückstellungen gewarnt.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Bundesbank überweist wegen einer erhöhten Risikovorsorge einen deutlich schmaleren Gewinn an Finanzminister Wolfgang Schäuble. Sie erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Überschuss von nur noch 1,0 Milliarden Euro, nachdem es 2015 noch 3,2 Milliarden Euro waren, wie die Bundesbank am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Geänderte Regeln für Pensionsrückstellungen führten dazu, dass davon nur 400 Millionen Euro an den Bundeshaushalt fließen. Die Regierung hatte allerdings in ihrem Etat einen Gewinn von 2,5 Milliarden Euro eingeplant, womit eine Lücke von 2,1 Milliarden Euro entsteht.

Die Bundesbank stockte im vergangenen Jahr ihre Wagnisrückstellung zur Risikovorsorge um kräftige 1,8 Milliarden Euro auf 15,4 Milliarden Euro auf. Der Hauptgrund sind Zinsänderungsrisiken im Zusammenhang mit den Wertpapieren, die die Bundesbank im Zuge des großen Anleihenkauf-Programms der Europäischen Zentralbank (EZB) erworben hat.

Wenn die Zinsen wieder steigen, sinken die Kurse der gekauften Anleihen. Selbst bei kleinen Zinsschritten könnte dies hohe Wertverluste auf den Anleihenbestand bedeuten. Diese Risiken berücksichtigte die Bundesbank im vergangenen Geschäftsjahr zu ersten Mal. Die Zinserträge stiegen 2016 hingegen auf 3,7 Milliarden Euro nach 3,3 Milliarden Euro vor Jahresfrist. Manche Experten hatten im Vorfeld mit einer höheren Überweisung als noch 2015 gerechnet. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hingegen hatte bereits im vergangenen Jahr vor notwendigen Rückstellungen gewarnt.

Die EZB steckt – vor allem über die nationalen Notenbanken – seit März 2015 gewaltige Summen in den Kauf von Staats- und inzwischen auch Unternehmensanleihen. Von diesem April an soll das monatliche Volumen von 80 Milliarden Euro auf 60 Milliarden Euro verringert werden. Ob die Geldflut wie angestrebt die Konjunktur anheizt und die zeitweise bedenklich niedrige Inflation dauerhaft aus dem Keller holt, ist umstritten. Die Bundesbank sieht die Käufe – zumal der Anleihen von Krisenstaaten - kritisch.

Der Bunker der Bundesbank
Bundesbank-Bunker
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Von 1964 bis 1988 galt der Bundesbank-Bunker als Staatsgeheimnis. Hier lagerte die Notenbank 15 Milliarden D-Mark einer Ersatzwährung. Seit Mitte März sind die Räume für Besuchergruppen zugänglich.

Notfall-Geldscheine
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Die Notfall-Währung sollte als Schutz vor einem Szenario dienen, bei dem die Volkswirtschaft von gegnerischen Mächten mit Falschgeld untergraben worden wäre. Schon Ende der 1980er-Jahre waren die großen Geldvorräte geschreddert worden.

Besitzer des Bunkers
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Der Bunker gehört mittlerweile Petra und Manfred Reuter. Er ist jetzt eine Touristen-Attraktion.

In einem Wohnviertel in Cochem
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Der Eingang über der Erde war als Schulungszentrum für Bundesbank-Mitarbeiter getarnt.

Geldsäcke
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Ein Museumsführer zeigt einige der Säcke, in denen die Scheine gelagert worden waren.

Lagerstätte
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Die Räume liegen 30 Meter unter der Erde, der Betonbunker hat eine Fläche von 1500 Quadratmetern und verfügt über 300 Meter Tunnel.

Notfall-Telefone
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Der Bunker war so ausgelegt, dass er seine eigenen Energie erzeugen konnte.

Bislang verdient die EZB allerdings gut an den Wertpapieren: Auch dank steigender Zinseinnahmen kletterte ihr Jahresüberschuss im vergangenen Jahr um 111 Millionen Euro auf 1,19 Milliarden Euro. Dieser Gewinn wird auf die nationalen Zentralbanken der 19 Euroländer verteilt, gut ein Viertel (26 Prozent) und damit den größten Teil bekommt gemäß ihres Kapitalanteils an der EZB die Bundesbank.

Zinserträge sind traditionell die wichtigste Quelle des Bundesbank-Gewinns. Binnen Jahresfrist stieg der Nettozinsertrag von rund 2,3 Milliarden auf 3,3 Milliarden Euro.

  • rtr
  • dpa
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5 Kommentare zu "Bundesbank mit Gewinneinbruch: Weidmann überweist Bund nur noch 400 Millionen Euro"

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  • Ja,nee, is klar....
    Großer Teil Verzockt, noch größerer Teil für Prozeßkosten und ganz vie,l rektal fürs Managment!

  • Die deutsche Bundesbank zusammen mit dem Finanzminister schieben in der Zwwischenzeit so viele Hundert Milliarden an Risiken vor sich her, dass ein Bericht über 400 Millionen (Millionen Haha) als Beitrag zum Karneval angesehen werden muss.

    Herr Weidmann sieht die Dinge aber zumindest "kritisch" (Alaaf und Helau).

    So sehen Verantwortung und dynamisches Handeln aus.

  • „Die EZB hat eine besondere Motivation, den Euro zu retten: Sie existiert nur, solange es den Euro gibt. Mit der Rettung des Euro rettet sie immer auch sich selbst.“

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Aha.
    600 Mio. zusätzlich beiseitegeschafft für die Pensionen der BB-Mitarbeiter und Vorstände. Die wollen, ebenso wie VW, nicht kleinlich sein. Hoffentlich gut angelegt in Staatsanleihen.

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