Bundesbank und BaFin
Stresstest unter kleinen Banken

Die Europäische Zentralbank hält nach wie vor an ihrer Niedrigzinspolitik fest. Kleinere Bankenhäuser müssen ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber dieser Geldpolitik in den kommenden Monaten beweisen.
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FrankfurtMehr als 1500 Sparkassen, Volks- und Genossenschaftsbanken und andere Institute müssen ihren Aufsehern in den nächsten Monaten erneut ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den Dauer-Niedrigzinsen beweisen. Die kleineren, nicht direkt von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigten deutschen Institute werden zum dritten Mal seit 2013 einer Niedrigzinsumfeld-Umfrage unterzogen, wie die Bundesbank und die Finanzaufsicht BaFin am Montag mitteilten.

Die Bankenbranche klagt seit langem über die ultraniedrigen Zinsen im Euro-Raum, die es ihr immer schwerer machen, Gewinn zu erwirtschaften. Schon die beiden vorherigen Umfragen hatten das unter Beweis gestellt. Der Leitzins der EZB liegt bei null Prozent. Zudem verlangt die EZB von den Banken Strafzinsen, wenn diese über Nacht bei ihr Geld parken. Dieser Einlagensatz beträgt minus 0,4 Prozent.

In der Umfrage werden die Banken mit fünf von der Aufsicht vorgegebenen Zinsszenarien für die nächsten vier Jahre konfrontiert, darunter anhaltende Niedrigzinsen, aber auch ein abrupter Zinsanstieg. Dazu kommt ein Stresstest, in dem unter anderem simuliert wird, wie die Geldhäuser etwa mit steigenden Kreditausfällen zurecht kommen würden. Je nachdem, wie sie dort abschneiden, können sich die Vorgaben der Bankenaufseher für die Eigenkapitalpolster erhöhen. Zudem wollen die Aufseher wissen, wie sich die niedrigen Zinsen etwa auf die Vergabe von Immobilienkrediten auswirken und ob die Banken ihre Standards für die Kreditvergabe lockern. Für die großen Banken der Euro-Zone legt die EZB einen entsprechenden Stresstest auf.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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