Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele
Verlagerung von Euro-Clearing in EU womöglich notwendig

Britische Clearinghäuser müssen nach dem Brexit womöglich die Abwicklung von Derivate-Geschäften in Euro in die EU verlegen. Das sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.
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FrankfurtBritische Clearinghäuser müssen laut Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele nach dem Brexit womöglich die Abwicklung von Derivate-Geschäften in Euro in die EU verlegen. Wegen der schieren Größe der Geschäfte könne dies notwendig werden, sagte Thiele am Dienstag in Frankfurt laut Redetext.

Zwar solle eine solche Standortforderung für das Clearing nicht der Normalfall sein. „Nichtsdestotrotz halte ich diese Option für zwingend notwendig.“ Thiele ist im Bundesbank-Vorstand unter anderem für Bargeld und Zahlungsverkehr zuständig. „Für mich ist entscheidend, dass EU-Aufseher auch nach dem Brexit einen Zugriff auf das Euro-Clearing haben.“

Die EU-Kommission hatte im Juni einen Gesetzentwurf vorgestellt, wonach Derivate-Geschäfte in Euro künftig in der EU abgewickelt werden müssen, wenn das Clearing-Haus systemrelevant ist – also eine Schlüsselrolle für das Finanzsystem spielt.

Das Geschäft mit in Euro ausgegebenen Derivaten wird derzeit zu großen Teilen in London abgewickelt. Doch nach dem geplanten EU-Ausstieg wird Großbritannien ein sogenanntes Drittland sein. Als solches unterliegt es dann nicht mehr den bisherigen EU-Regeln.

Banken müssen die meisten ihrer Derivate-Geschäfte über Clearinghäuser abwickeln. Diese stehen im Handel zwischen Käufer und Verkäufer und springen ein, wenn einer der Partner ausfällt. Dadurch sollen die Transparenz und Sicherheit des Finanzsystems erhöht werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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