Bundeskartellamt wirft Preisabsprache vor Versicherer bitten um Fristverlängerung

Die Stellungnahmen mehrerer großer Industrieversicherer wie der Allianz zum Vorwurf des Bundeskartellamts, die Unternehmen hätten Preise illegal abgesprochen, verzögern sich.

Reuters DÜSSELDORF. Eine Sprecherin des Bundeskartellamts sagte am Dienstag in Bonn, mehrere Versicherer hätten eine Fristverlängerung für die Vorlage ihrer Antworten auf Beschuldigungsschreiben der Wettbewerbshüter beantragt. Namen der Unternehmen nannte sie indes nicht. Eine Allianz-Sprecherin sagte aber, auch der Konzern habe um eine Fristverlängerung nachgesucht.

Das Bundeskartellamt verdächtigt neben dem Allianz-Konzern sechs weitere führende Industrieversicherer, mit illegalen Preisabsprachen gegen das Kartellrecht verstoßen zu haben. Entsprechende Beschuldigungsschreiben hatte das Amt Ende Juli an die Versicherungen überstellt. In diesen waren die Vorwürfe gegen die Unternehmen detailliert aufgelistet worden. Den Unternehmen war ein Zeitraum von sechs Wochen eingeräumt worden, um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Bei den vom Kartellamt beschuldigten Versicherern handelt es sich neben der Allianz Versicherungs AG um die AXA Versicherung AG, die AMB Generali-Tochter Aachener und Münchener Versicherung AG, die Gothaer Allgemeine Versicherung AG, die Ergo-Tochter Victoria Versicherung AG, die Gerling Allgemeine Versicherung AG und den Haftpflichtverband der Deutschen Industrie (HDI). Das Kartellamt verdächtigt Versicherer, Prämienerhöhungen im industriellen Sach- und Haftpflichtversicherungsgeschäft zum Nachteil der Kunden abgesprochen zu haben.

Eine Sprecherin der Allianz sagte, der Konzern habe um eine Fristverlängerung gebeten, weil das Amt nur unzureichende Akteneinsicht gewährt habe. Auch eine Sprecherin der Victoria sagte, dem Unternehmen sei keine ausreichende Akteneinsicht gewährt worden, um auf die Vorwürfe antworten zu können. Der Gerling-Konzern bestätigt ebenfalls, dass das Unternehmen eine längere Frist als die sechs Wochen für eine Antwort benötige. Die Sprecherin des Kartellamts sagte, den Unternehmen sei Akteneinsicht gewährt worden.

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