Bundesweite Offensive mit Sonderangeboten geplant Sparkassen wehren sich gegen Direktbanken

Die Sparkassen wollen sich von den Direktbanken nicht länger Marktanteile abnehmen lassen. Geplant ist daher für diesen Herbst eine Marketingoffensive, bei der die öffentlich-rechtlichen Institute ganz neue Wege beschreiten wollen. „Auf der Marketingseite sind ‚Leuchtturmprodukte' vorstellbar, bei denen wir bundesweit mit einheitlichen Konditionen auftreten könnten.

HB FRANKFURT/M.So etwas hat es bisher noch nicht gegeben, das wäre ein absolutes Novum“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Köln-Bonn, Gustav Adolf Schröder. Wenn das beschlossen wird, biete man zuerst Einlagenprodukte mit attraktiven Konditionen an, ergänzt Schröder, der als Bundesobmann gleichzeitig Sprecher für alle Sparkassen ist.

Die Sparkassen fühlen sich von den Direktbanken wie ING Diba, Cortal Consors, DAB Bank und Comdirect bedrängt, die vor allem auf der Einlagenseite mit attraktiven Sparangeboten auf Kundenfang gehen. Die Offerten sorgen seit Monaten für deutliche Mittelabflüsse bei den Sparkassen. Weil sich die einzelnen Landesverbände der Sparkassen aber nicht auf ein einheitliches Vorgehen verständigen konnten, blieb eine Antwort auf die Herausforderungen bisher aus. Auch die Idee, den auf Wertpapiertransaktionen beschränkten S-Broker der Sparkassen zu einer Direktbank umzubauen, scheiterte an internen Bedenken. In acht bis zwölf Wochen soll aber nun eine Gegenstrategie stehen. Dabei geht es sowohl um das Online-Banking als auch um Baufinanzierungen.

Diskutiert wird auch über eine eigene, bundesweite Direktbank, jedoch stehen laut Sparkassenchef Schröder derzeit eher andere Antworten im Fokus. Möglicherweise wird eine zweigleisige Strategie gefahren: neben bundesweit hohen Einlagezinsen bei einigen Produkten könnte parallel dazu die Beratung verstärkt werden. Denn die Sparkassen wissen aus einer eigenen Analyse, dass sie im Jahr bei intensiver Betreuung nur 0,8 Prozent der Einlagen an Direktbanken verlieren, ohne Beratung sind es aber zwei Prozent.

Die Sparkassen müssen sich aber nicht nur gegen die Direktbanktöchter der Privatbanken erwehren, auch im eigenen Lager machen die Landesbanken ihnen Konkurrenz. Vor allem die Deutsche Kreditbank (DKB), die zur Bayerischen Landesbank (BayernLB) gehört, geht in ganz Deutschland auf Kundenfang und verärgert so die Sparkassen. Der erfolgreiche Abschluss einer Werbeoffensive im Testmarkt Berlin wird als Vorbote für eine bundesweite Kampagne der DKB gewertet. Deshalb sind die Sparkassen alarmiert. „Ich kann nur davor warnen, die geltende Kleiderordnung zwischen Landesbanken und Sparkassen zu verletzen“, sagt Schröder.

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