C1 Financial Bank
Schwuler Bankchef outet sich

So forsch wie Berlins Bürgermeister Wowereit ging ein US-Bankchef zwar nicht vor, sein Outing sorgte dennoch für Anerkennung. Homosexualität ist noch immer ein heikler Punkt, auch in der amerikanischen Geschäftswelt.
  • 2

San FranciscoFür die C1 Financial Bank war der Donnerstag in doppelter Hinsicht ein besonderer Tag. Der Börsengang an Wall Street gelang, und nebenbei outete sich der CEO des Finanzinstituts aus Florida als schwul. Er

ist damit der erste offen homosexuelle Vorstandschef einer börsennotierten US-Bank. Das „Wall Street Journal“ entdeckte einen Hinweis im Börsenprospekt der Bank aus St. Petersburg: „Herr Burgess eröffnet, dass sein Ehemann, Gary Hess, Aktien an dem Unternehmen hält“. Trevor Burgess erklärte gegenüber dem Journal, er hoffe, dass andere Banker seinem Vorbild folgen werden. Und er wolle in Zukunft nicht an seiner Sexualität gemessen werden, sondern an seinen Erfolgen.

Die Sympathien hat der frühere Morgan Stanley-Manager jedenfalls auf seiner Seite. Jacques Brand, Nordamerika-Chef der Deutschen Bank, erklärte in einem Statement die Bank sei „stolz, Trevor Burgess zu seinem Mut und seiner Authentizität zu gratulieren“. Man wisse, die „Möglichkeit, bei der Arbeit man selbst zu sein, ist fundamental wichtig für den persönlichen und unternehmerischen Erfolg.“ Auch Irene Dorner, CEO von HSBC Nordamerika stellt sich laut der Nachrichtenagentur Bloomberg auf die Seite Burgess': „Manager, die sich wohl fühlen mit ihrer sexuellen Orientierung sind produktiver und engagierter“, so die Bankerin. Sie beglückwünschte Burgess dazu „wie er mit diesem Börsengang den Weg anführt.“

Homosexualität ist noch immer ein heikler Punkt, vor allem wenn es in den USA um die Geschäftswelt, aber auch um Armee und Sport geht. Erst am Mittwoch hatte sich der Football-Spieler Edward Sarafin öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt, er ist damit der erste aktive Football-Spieler im amerikanischen College-Football. Bislang hatten sich erst nach ihrem Karriereende mehrere Footballer dazu bekannt. Im Februar eröffnete der 24-jährige NFL-Neuling Michael Sam seine Homosexualität, was ihm zum ersten aktiven homosexuellen Spieler in der Top-Liga des American Football macht.

Seite 1:

Schwuler Bankchef outet sich

Seite 2:

Strikte interne Regeln gegen Diskriminierung

Kommentare zu " C1 Financial Bank: Schwuler Bankchef outet sich"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • was bitte hat der Artikel mit der AfD zu tun? Wenn jemand seine Meinung frei äußert, ist das ekelhaft? Nur die eigene Meinung gelten lassen und andere als intolerant bezeichnen? Wie soll man denn ein solches Verhalten bezeichnen? Wenn das so weiter geht, traut sich doch keiner mehr sich als Hetero zu "outen".

  • Nach dem Lesen dieses Berichts wird wieder deutlich, wie rückwärtsgewandt und homophob die AfD ist. Was wird die - von vielen übrigens als lesbisch lebend vermutet - AfD-Familienikone Storch dazu sagen? Die wird wieder von der Homolobby lärmen und sich die 50er Jahre zurückwünschen. Seltsames Volk! Vor allem dann, wenn sie sich für liberal halten. Und schön betend einem irrationalen Glauben frönen, dem sie illiberale normative Zwänge zur Lebensführung allen anderen aufoktroyieren wollen. Einfach nur ekelhaft!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%