Canson Capital Partners Finanzboutique fädelt Deal zwischen Blackstone und Reuters ein

Eine kleine Londoner Finanzberatung hilft Blackstone bei der Übernahme der Reuters-Finanzsparte. Das zeigt: Auf Beziehungen kommt es an.
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Die Übernahme der Finanzsparte von Reuters durch Blackstone wird ein Megadeal. Quelle: IMAGO
Thomson-Reuters-Sitz

Die Übernahme der Finanzsparte von Reuters durch Blackstone wird ein Megadeal.

(Foto: IMAGO)

Das Jahr ist noch jung, doch schon jetzt ist klar, dass die Übernahme einer der größten Deals des Jahres sein wird: Der US-Investor Blackstone kauft 55 Prozent der Finanzdatensparte von Thomson Reuters – das Geschäft ist 20 Milliarden Dollar wert. Blackstone greift damit den Platzhirschen Bloomberg an, der mit seinen Terminals den Markt für Finanzdaten dominiert.

Eingefädelt hat den Mega-Deal nicht etwa Goldman Sachs oder Morgan Stanley, sondern eine kleine Boutique-Beratung namens Canson Capital Partners. Sie residiert standesgemäß im Londoner Stadtteil Mayfair, der Heimat vieler Hedgefonds und Private-Equity-Firmen. Nur fünf Banker arbeiten bei Canson Capital, die erst seit einem Jahr im Geschäft ist (damals noch als DuCanon Capital). Die beiden Gründer Matteo Canonaco und James Simpson waren zuvor bei der HSBC, auch der dritte Partner Alfredo Folle kommt von der britischen Großbank.

Die Thomson-Reuters-Übernahme ist schon der zweite Blackstone-Deal, den Canson Capital begleitet. Im vergangenen Juli hatten die Investmentbanker auch die Übernahme des britischen Messeveranstalters Clarion Events durch Blackstone für 600 Millionen Pfund arrangiert. Offenbar war der US-Investor so zufrieden, dass er Canonaco und Simpson nun den ungleich größeren Deal anvertraute. Wie bei jedem großen Deal waren mehrere Investmentbanken beteiligt, hier waren es unter anderem Bank of America und Citigroup, aber das Londoner Gründer-Duo war federführend.

Canonaco sei ein „großartiger Banker“, lobte Martin Brand, Managing Director bei Blackstone, gegenüber Bloomberg. Der Canson-Capital-Gründer sagte bescheiden, im Investmentbanking sei alles eine Frage der Beziehungen und des Vertrauens.

Die nötigen Beziehungen hat Canonaco erst bei Lazard und dann 11 Jahre lang bei der HSBC gesammelt und gepflegt. Er war für die Betreuung von Private-Equity-Firmen zuständig. Auch Simpson ist bestens vernetzt. Er war jahrelang bei der Schweizer Großbank UBS für Fusionen und Übernahmen zuständig, bevor er ebenfalls zur HSBC wechselte. Dort hielt er es jedoch nur ein paar Jahre aus: Angeblich konnte er den Chef der Investmentbank, Matthew Westerman, nicht länger ertragen. Westerman, der die Bank inzwischen verlassen hat, war als Mitarbeiterschinder berüchtigt.

Der Sprung in die Selbständigkeit hat sich für Canonaco und Simpson gelohnt: Der Blackstone-Deal dürfte ihnen mindestens zehn Millionen Dollar Gebühren bringen. Und der Markt sieht weiter gut aus: Die Private-Equity-Firmen wissen gar nicht, wohin mit ihrem Geld. 2017 war ein Rekordjahr, sie sammelten 620 Milliarden Dollar ein. Dieses Jahr erwartet der Informationsdienst Palico einen Anstieg auf 750 Milliarden Dollar.

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