Carl Icahn

Starinvestor will AIG aufspalten

Der Milliardär Carl Icahn will die Aufspaltung des Versicherers AIG durchsetzen. Too big to succeed, zu groß um Erfolg zu haben, ist der seiner Meinung nach. Dessen schwaches Quartalsergebnis kommt ihm da gerade Recht.
Er ist schon bei unzähligen Unternehmen, zuletzt auch bei Apple, eingestiegen. Er stellt Forderungen und treibt dadurch den Aktienkurs hoch. Quelle: Reuters
Großanleger Carl Icahn

Er ist schon bei unzähligen Unternehmen, zuletzt auch bei Apple, eingestiegen. Er stellt Forderungen und treibt dadurch den Aktienkurs hoch.

(Foto: Reuters)

New YorkCarl Icahn klopft ganz höflich an, wenn er ein Unternehmen aufmischen will. So auch beim US-Versicherer AIG. „Lieber Peter“, schreibt er an AIG-Chef Peter Hancock, „nach meiner Erfahrung mit der amerikanischen Unternehmenswelt ist oft ein starker Einfluss von außen erforderlich, um einen sinnvollen Wandel zum Guten einzuleiten - selbst dann, wenn alle Daten unvermeidlich dieselbe Schlussfolgerung nahelegen und alle Beteiligten dasselbe, für alle positive Ergebnis anstreben.“ Dann kommt er zur Sache und wirft Hancock vor: „Das Unternehmen liegt beständig hinter seinen Konkurrenten zurück, und ihm drohen nun noch mehr schädliche Auflagen der Finanzaufseher, die die Wettbewerbsstärke untergraben werden.“

Schließlich fordert er, die Gruppe in drei selbstständig an der Börse notierte Einheiten aufzubrechen und ein Programm zur Kostenkontrolle einzuführen. In Anklang an das Schlagwort „Too big too fail“ (zu groß, um scheitern zu dürfen) in der Bankenwelt ist sein Urteil über AIG: Too big to succeed (zu groß, um Erfolg zu haben). Wie groß genau sein Kapitalanteil an AIG ist, gibt er nicht bekannt. Ein weiterer bekannter Aktionär ist John Paulson mit seinem Hedgefonds.

Letzte Woche hat der Groß-Investor Icahn diesen Brief geschrieben. Und diese Woche meldet AIG, beinahe wie eine Bestätigung, einen Quartalsverlust von 231 Millionen Dollar. Hancock räumt ein, dass er damit die Erwartungen der Investoren enttäuscht hat. Er kündigt eine Reform des Unternehmens an, die allerdings nichts mit den Vorschlägen Icahns zu tun hat. Man darf also auf ein Duell zwischen Konzernchef und Großinvestor gespannt sein.

Carl Icahn steigt bei Netflix aus
Schon der Name Icahn verheißt Aktienbewegung
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Wenn der Name Carl Icahn fällt, ist Aufruhr an der Börse programmiert. Schon eine leise Erwähnung des Star-Investors kann einer Aktie zum Höhenflug verhelfen, oder sie zu Boden sinken lassen. Der Grund: Icahn ist ein äußerst aktiver Investor, der nicht davor zurückschreckt, sich mit Vorständen öffentlich über die Strategie zu streiten.

So profitierte die Online-Kontaktbörse LinkedIn von seinem Namen. Der Investmentblog valuewalk.com meldete, dass Icahn sein Portfolio um die Aktien des Online-Dienstes erweitern wolle. Sofort schossen die LinkedIn-Papiere um bis zu 3,6 Prozent nach oben auf 205 US-Dollar pro Aktie.

Gewinn mit Netflix
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Ein Händchen für ein lohnendes Investment hat Carl Icahn beim Kauf des Online-Videodienstes Netflix bewiesen. 2012 kaufte der Milliardär die Aktien des Online-Streaming-Dienstes für gerade einmal 53 US-Dollar das Stück. Ende 2013 verkaufte der Investor die Hälfte seiner Aktien für das Siebenfache und machte damit rund 800 Millionen Dollar Gewinn. Am 24. Juni 2015 verkündete er per Twitter, seine letzten Aktien verkauft zu haben. Der Netflix-Kurs an diesem Tag: 690 Dollar.

Er begründete den Ausstieg damit, dass ein Technologiekonzern heute die gleichen Chance wie beim damaligen Einstieg Netflix. Der Technologiekonzern sei ...

Apple
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... Apple. Im Juni 2015 kostet ein Anteilsschein des iPhone-Herstellers 129 US-Dollar. Hoffnungslos unterbewertet sei das, beschwert sich Icahn immer wieder. Er traut Apple zu, ein Marktvolumen von zwei Billionen Dollar zu beherrschen und schätzt den Wert des Konzerns auf 1,4 Billionen Dollar – das ist doppelt so viel wie die Marktkaptialisierung Mitte 2015.

Der Invesotr hält nach eigenen Angaben 53 Millionen Apple-Aktien im Wert von rund 6,8 Milliarden Dollar und ist einer der zehn größten Aktionäre des IT-Konzerns. Sein Wort hat Gewicht: Auf Druck von Icahn stockte Cook bereits das in 2014 aufgelegte, schuldenfinanzierte Aktienrückkaufprogramm von 90 Milliarden auf 140 Milliarden Dollar auf und hob die Dividende um elf Prozent an.

Der Schreck von Tim Cook
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In der Branche ist Carl Icahn dafür bekannt, dem Kurs der einen oder anderen Aktie lautstark auf die Sprünge zu helfen – meist zum großen Ärger der Konzernmanager. Den Druck auf Apple-Chef Tim Cook (links) hatte er per offenem Brief erhöht.

Paypals Split von Ebay geht auf Icahns Konto
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Eine weitere Schlacht hat der Investor im Jahr 2014 gewonnen. Damals zwang er den Ebay-Chef John Donahoe in die Knie und erwirkte die Abspaltung des Online-Bezahldienstes PayPal sowie den Rücktritt des CEOs.

PayPal sollte im zweiten Halbjahr 2015 an die Börse gebracht werden. Der größte Profiteur des Deals ist wohl Carl Icahn selbst. Laut der amerikanischen Börsenaufsicht hält er rund 30 Millionen Ebay-Aktien.

Der Hauptgewinn gehört dem Großinvestor
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Für die Aktionäre mag der Verkauf von PayPal günstig sein. Der Wert des Unternehmens wird von Analysten auf rund 60 Milliarden Dollar geschätzt. Das Unternehmen hat ein Geschäftskonzept, um das sich Internet-Giganten Apple und Google reißen. Somit ist ein Zusammenschluss mit einem der Großen nicht ausgeschlossen – und für die Aktionäre profitabel.

Weniger profitabel ist der Börsengang für viele Mitarbeiter von Ebay. Das Unternehmen kündigte an, im Vorfeld des PayPal-IPOs 2400 Mitarbeiter – rund sieben Prozent der gesamten Belegschaft – zu entlassen.

Anlage-Flopp
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Doch auch ein Starinvestor kann eine Chance verpassen. Denn die erste Hälfte seiner Netflix-Aktien hatte er noch vor einem großen Kurssprung der Papiere verkauft. Icahns Sohn, Brett, der ebenfalls Investor ist, machte da den besseren Deal. Anders als sein Vater behielt er die günstig gekauften Netflix-Papiere.

Es ist ein echter Icahn-Coup. Er ist schon bei unzähligen Unternehmen, zuletzt auch bei Apple, eingestiegen, stellt Forderungen und treibt allein schon dadurch den Aktienkurs hoch. Seine Vorschläge stammen in der Regel aus dem Rezeptbuch der Investmentbanker oder Beteiligungsfonds. Mal fordert er, wie bei Apple, höhere Ausschüttungen, dann wieder, wie jetzt bei AIG, eine neue Unternehmensstruktur, hin wieder versucht er auch, das Management in die Wüste zu schicken.

Sein Selbstbewusstsein und sein Kampfgeist sind durch nichts zu erschüttern, außerdem ist er mit seinem grimmigen Humor ein Meister der Selbstdarstellung, der inzwischen auch Twitter als persönliche Direkt-PR einsetzt.

Icahn will mit Aufspaltung zusätzlichen Auflagen entgehen
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