Chase de Vere gekauft: AWD holt britischen Berater ins Boot

Chase de Vere gekauft
AWD holt britischen Berater ins Boot

Mit der Übernahme des Beraters Chase de Vere für rund 30 Millionen Euro expandiert der Finanzdienstleister AWD in Großbritannien.

HB FRANKFURT. Der Kaufvertrag sei am Montag unterzeichnet worden, teilte AWD in Hannover mit. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt der Genehmigung der britischen Aufsichtsbehörde FSA und des AWD-Aufsichtsrates. Die Integration solle noch 2005 vollständig abgeschlossen werden.

Ein AWD-Sprecher sagte, bereits im nächsten Jahr werde es einen positiven Ergebnisbeitrag durch die Akquisition geben. Die jährlichen Kosteneinsparungen bezifferte er auf drei bis vier Mill. €. „Der Umsatz unserer Gruppe in Großbritannien wird 2006 auf mehr als 172 Mill. € und 2007 bis auf 190 Mill. € steigen“, ergänzte der AWD-Sprecher. 2004 wären Chase und die AWD-Tochter in Großbritannien zusammen auf Erlöse in Höhe von über 140 Mill. € gekommen, auf Chase wären dabei 50 Mill. entfallen. Das operative Ergebnis (Ebit) werde 2006 auf 27 Mill. € und bis 2007 auf 38 Mill. € klettern.

Chase de Vere gehörte bisher der Bank of Ireland, die den Berater im Jahr 2000 für ein Vielfaches des jetzigen Preises erworben hatte. AWD setzt mit dem Zukauf die Expansion auf dem wichtigen britischen Markt fort. 2001 hatten die Hannoveraner dort den Berater Thomson's und ein Jahr später den Rivalen CarringtonCarr übernommen und miteinander verschmolzen.

Analysten wie Thomas Rothäusler von der Privatbank Sal. Oppenheim reagierten positiv auf die Akquisition. „Strategisch passt es sehr gut zu AWD“, sagte er. Dadurch werde das Geschäft auf der Insel nachhaltig gestärkt. An der Börse lagen die im Nebenwerte-Index MDax notierten AWD-Aktien unverändert bei 32 €.

Chase de Vere wurde 1982 gegründet, hat rund 160 Berater, 28 000 Privatkunden sowie rund 1000 Firmenkunden. Das angelegte Kundenvermögen betrug 2004 zirka 3,5 Mrd. €. Chase de Vere konzentriert sich auf die Beratung vermögender Privatkunden sowie betriebliche Altersvorsorgekonzepte für mittelständische Firmen. Der durchschnittliche Umsatz pro Berater im Privatkundengeschäft liegt AWD-Angaben zufolge bei mehr als 300 000 € und nimmt damit eine Spitzenposition in Europa ein. Weitere Akquisitionen wollte der AWD-Sprecher nicht ausschließen. „Im Moment ist nichts geplant, aber wir sind immer offen.“

AWD hat 2004 konzernweit den Umsatz um 22 % auf 686 Mill. € und den operativen Gewinn um 28 % auf 71 Mill. gesteigert. Das Unternehmen hat mehr als 6000 Berater und über 1,4 Mill. Privatkunden. AWD bietet keine eigenen Produkte an, das Unternehmen berät seine Kunden in Finanzfragen und erhält dafür Provisionen.

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