China & Arabische Emirate
Zweikampf um deutsche Firmen

Arabische und chinesische Staatsfonds buhlen um Beteiligungen an deutschen Unternehmen. Schon in der Finanzkrise hatten sie zahlreiche Anteile gekauft. Jetzt rüstet die Volksrepublik finanziell auf.
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BerlinDas Rennen um eine Beteiligung an Firmen in Deutschland geht in eine neue Runde. Die Staatsfonds Chinas und einiger Golf-Staaten haben in der Finanzkrise bereits zahlreiche Beteiligungen gekauft. Jetzt will die Volksrepublik ihren Staatsfonds China Investment Corporation (CIC) mit zusätzlichen 50 Milliarden Dollar für weitere Übernahmen rund um den Globus aufrüsten.

Am eindrucksvollsten zeigt sich der Zweikampf zwischen Chinesen und Arabern beim Stuttgarter Autokonzern Daimler. Dort soll CIC zu einem der größten Anteilseigner werden. "Chinesische Investoren gehören heute schon zu den Aktionären des Unternehmens", sagte Vorstandschef Dieter Zetsche vor wenigen Monaten und fügte hinzu: "Ich würde es begrüßen, wenn es noch mehr würden."

Bisher sind mit Aabar Investments aus Abu Dhabi und der Kuwait Investment Authority (KIA) zwei arabische Staatsfonds größte Einzelaktionäre. Aabar hält neun und KIA 6,9 Prozent der Aktien.

China will nun seinen Staatsfonds CIC auf 410 Milliarden Dollar aufstocken, um damit vor allem in Europa auf Einkaufstour gehen zu können. "Der Plan dürfte in Kürze bekanntgegeben werden", sagte ein mit dem Vorgang Vertrauter, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur Reuters.

China kann es sich leisten: Das Reich der Mitte verfügt über Devisenreserven von 3,2 Billionen Dollar. Vorige Woche hat das chinesische Staatsunternehmen Three Gorges (Drei Schluchten) im Bieterrennen um eine 21-prozentige Beteiligung am portugiesischen Versorger EDP mit einem 2,7 Milliarden Euro schweren Gebot bereits den deutschen Energieriesen Eon ausgebootet.

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Kommentare zu " China & Arabische Emirate: Zweikampf um deutsche Firmen"

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  • Schleichend wird der Daimler verstaatlicht... und niemand bemerkt welch verheerende Abhängigkeitskette sich hier aufbaut.

    Letztlich vermischen sich hier wirtschaftliche und politische Interessen, was die Frage aufwirft wer am Ende eigentlich für die Prinzipien einer fairen Marktordnung eintreten soll, wenn es hart auf hart kommt?

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