Chinesischer Hua Xia Bank: Deutsche Bank prüft Verkauf von Anteilen

Chinesischer Hua Xia Bank
Deutsche Bank prüft Verkauf von Anteilen

Rückzug aus China? Die Deutsche Bank untersucht im Rahmen ihrer Strategieprüfung den Verkauf ihrer Anteil an der chinesischen Hua Xia Bank. Die einstige „Speerspitze der China-Strategie“ wird nicht mehr gebraucht.
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BerlinDie Deutsche Bank stellt einem Magazinbericht zufolge ihre knapp 20-prozentige Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank infrage. Ein Verkauf des Pakets dürfte im Rahmen der laufenden Strategieprüfung intensiv diskutiert werden, berichtete die "WirtschaftsWoche" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise.

„Die Hua Xia Bank bindet viel Kapital und hat nur mäßige Perspektiven.“ Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain habe den Sinn der Beteiligung intern bereits mehrfach angezweifelt. Privatkundenvorstand Rainer Neske dagegen habe das Engagement stets vehement verteidigt. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich dazu am Sonntag nicht äußern und verwies auf die bekannten Pläne, im zweiten Quartal Ergebnisse der strategischen Neuaufstellung zu veröffentlichen.

Die Deutsche Bank ist seit Mai 2006 an dem chinesischen Geldinstitut beteiligt. Dem Magazin zufolge ist der Anteil derzeit umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro wert. Beide Häuser kooperieren vor allem im Kreditkartengeschäft und im Geschäft mit vermögenden Chinesen. Neske hatte die Partnerschaft mit Hua Xia einst als „Speerspitze unserer China-Strategie“ bezeichnet.

Deutschlands größtes Geldhaus arbeitet derzeit an einer neuen Strategie, nachdem zentrale Ziele der 2012 ausgerufenen „Agenda 2015+“ unerreichbar scheinen – etwa das Renditeziel. Ergebnisse sollen im zweiten Quartal bekanntgegeben werden. Dem Magazin zufolge diskutiert der Vorstand derzeit drei oder vier künftige Geschäftsmodelle, mit denen sich die Bank mehr auf ihre Stärken fokussieren soll. Eine Fortsetzung des bisherigen Kurses in leicht abgespeckter Version werde es wohl nicht geben.

Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain hatte die 100.000 Mitarbeiter seines Hauses kürzlich auf Veränderungen eingeschworen. Für die Mannschaft bestehe bei der derzeit laufenden Überprüfung der Strategie zwar kein Anlass, sich Sorgen zu machen, sagte Jain der Wochenzeitung „Die Zeit“. Fest stehe aber, dass sich die Führung der Bank alle Geschäfte genau anschaue. Nach Informationen aus Finanzkreisen gibt es intern keinerlei Denkverbote. Auch eine Abspaltung des Privatkundengeschäfts rund um die Postbank – oder von Teilen davon – werde diskutiert, sagten Insider der Nachrichtenagentur Reuters Mitte Januar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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