Chinesischer Mischkonzern HNA Bafin lässt Deutsche-Bank-Aktionäre vom Haken

Aufatmen bei der Deutschen Bank: Die Bafin glaubt nicht, dass es zwischen dem chinesischen Investor HNA und der katarischen Herrscherfamilie illegale Absprachen gab. Aktionäre hatten die Prüfung ins Rollen gebracht.
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Deutschlands größtes Geldhaus dürfte die Nachricht erfreut zur Kenntnis nehmen. Quelle: Reuters
Deutsche Bank in Frankfurt

Deutschlands größtes Geldhaus dürfte die Nachricht erfreut zur Kenntnis nehmen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie Deutsche Bank hat eine Sorge weniger: Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat die Prüfung von zwei Großaktionären der Deutschen Bank eingestellt. Eine mit dem Sachverhalt vertraute Person bestätigte dem Handelsblatt einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Behörde war den Vorwürfen mehrerer Kleinaktionäre der Deutschen Bank nachgegangen, dass der chinesische Mischkonzern HNA und die katarischen Herrscherfamilie verdeckt kooperiert und ihr Abstimmungsverhalten auf der Hauptversammlung im Mai koordiniert hätten. Solche heimlichen Absprachen, im Fachjargon „acting in concert“ genannt, sind verboten.

Die Deutsche Bank, HNA und die Bafin kommentierten das nicht, Vertreter der Investoren aus Katar waren am Wochenende zunächst nicht erreichbar.

Die Aktionäre, die die Prüfung ins Rollen gebracht hatten, klagen auch vor dem Landgericht Frankfurt in der Sache. Sie wollen damit die Beschlüsse der vergangenen Hauptversammlung anfechten. Gegen die Vorwürfe hatte sich der HNA-Vertreter im Aufsichtsrat der Deutschen Bank, Alexander Schütz, öffentlich gewehrt. „Die Vorstellung, dass HNA und Katar sich abgesprochen hätten, ist völliger Unsinn“, hatte er im August in einem Interview gesagt. In einer Klageerwiderung hatte die Deutsche Bank dies als „umfangreiche Verschwörungstheorie“ bezeichnet.

Ärger könnte HNA und Katar nur noch seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) drohen. Die Notenbank denkt seit längerem darüber nach, ob sie ein formelles Inhaberkontrollverfahren bei HNA einleiten soll. Mit einem Inhaberkontrollverfahren prüft die Aufsicht, ob ein Anteilseigner vertrauenswürdig und finanziell gesund ist, woher das Geld für das Investment kommt, und ob der Investor in kriminelle Handlungen wie etwa Geldwäsche oder Terrorfinanzierung verwickelt ist.

Normalerweise kontrolliert die EZB nur Bank-Eigentümer, die mehr als zehn Prozent an einer Bank halten. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit davon nach unten abzuweichen, wenn ein Investor schon mit einem geringeren Anteil großen Einfluss ausüben kann. Das könnte etwa dann der Fall sein, wenn nur sehr wenige Aktionäre eine Hauptversammlung besuchen. Dann können auch kleinere Aktienpakete eine große Durchschlagkraft entwickeln. Die EZB äußerte sich zum Thema nicht.

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